PRESSE

Foto: Heidi Fössel
Foto: Heidi Fössel

Junge Musiker spielen auf einem hohen Standard

 

LAHR. Die Lahrer Rockwerkstatt hat in Kooperation mit dem Schlachthof Lahr am Freitag sechs Bands auf der inzwischen schon traditionellen Veranstaltung "Junge Bühne" präsentiert. Mehr als 100 begeisterte Zuschauer hatten den Weg in den Schlachthof gefunden.Der Abend begeisterte nicht nur durch den durchweg hohen musikalischen Standard der Bands, sondern auch durch den gegenseitigen Support und Respekt untereinander. Die Bands unterstützten die jeweils anderen bei den Auftritten lautstark und trugen damit zu einer tollen Stimmung im Saal bei. Moderiert wurde der Abend launig von Melissa Zucano.

Die undankbare Aufgabe des Openers oblag der Gruppe Temmsdayl, entstanden aus der Rock-Band-AG des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums Gengenbach. Die vier Mädchen und drei Jungs meisterten diese Aufgabe hervorragend. In kurzer Zeit konnten sie mit ihren durchweg selbst geschriebenen Songs das Publikum gewinnen und mit dem mehrstimmigen Gesang und einer groovigen Backline überzeugen. Leider ist es eine Art Abschiedstour der Band, da aufgrund des Schulabschlusses die meisten Mitglieder die Band verlassen werden.

Die Coverband mit Bandleader Felix, der unter dem Down-Syndrom leidet, ist ein sehr gutes Beispiel von gelebter Inklusion. Felix peitschte am Schlagzeug und Gesang seine Brüder und seinen Freund Simon an den Gitarren und Bass nach vorne. Mit Coversongs der Toten Hosen konnte die Band überzeugen und durfte nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen.

Zero Intend schufen eine entspannt groovige Atmosphäre mit ihrem Mix aus Lo-Fi Hip-Hop und Trap Rap in wechselnden Sprachen. Die zwei Protagonisten genossen sichtlich die positive Resonanz des Publikums, das den tanzbaren Sound auch in Bewegung umsetzte.

Den professionellsten Auftritt lieferte die Gruppe Crevaz, die sich selbst als Post Hardcore/Alternative-Formation bezeichnet, ab. Gegründet erst im Oktober, zeichneten sich ihre ausschließlich selbst komponierten Songs durch eine hohe musikalische Reife aus. Sängerin Emilies reife, kraftvolle Stimmperformance steht im krassen Gegensatz zu ihrer filigranen fast zerbrechlichen Erscheinung, begleitet mit sicherem Timing und sehr reizvollen Arrangements. Diese vier Musiker werden sicher noch aufhorchen lassen.

Zum Abschluss wurde es noch einmal richtig laut

Die nächste Band No Idea ist mit sechs Musikern aus dem Kinzigtal angereist. Sie präsentierten Rock und Metal unter anderem von Metallica, Green Day oder Bloodhound Gang und ihren ersten eigenen Song in ihrer Besetzung von drei Gitarren, Keyboard, Bass und Schlagzeug und mit mehrstimmigen Gesangsparts.

Den gelungenen Abschluss machte die Band Backbreeze, die der Hardrockfraktion zuzuordnen ist. Sie präsentierten zum Beispiel Songs von Papa Roach, Slash oder Greenday und ließen trotz später Stunde den Schlachthof nochmals beben. Sie haben ihre Heimat in den Räumen des Jugend-Musik-Werks Baden. Diese professionellen Rahmenbedingungen spiegelten sich in der Performance wider, sodass das Publikum nicht genug bekam und lauthals einen Nachschlag einforderte.

 

Beim Jugend-Musik-Werk Baden (JMW) geht es nicht nur darum, junge Menschen jedweder Herkunft und sozialer Schicht in ihrer musikalischen Ausdruckskraft zu fördern. Bei der Hauptversammlung am Montag sprach Vorsitzender Marco-Sharif Khan auch über die Investitionen in Räumlichkeiten und Ausstattung auf dem Zeitareal seit Gründung des Vereins im Mai 2014.

Im nächsten Jahr beginnt der schrittweise Übergang der finanziellen Verantwortung auf den Verein selbst. Kahn hatte im Zuge der Vereinsgründung einfach selbst Geld in die Hand genommen, damit die Räumlichkeiten auf dem Zeitareal bezogen werden konnten. Doch nach dem jüngsten Kassensturz und in Einvernehmen mit dem Finanzamt steht nun fest: Der Verein kann auf eigenen Füßen stehen. "Das bedeutet jetzt nicht, dass ich in Rente gehe", witzelte Khan, der Verein sei nunmehr in der Lage, die von Kahn vorfinanzierten Leistungen für die Umbauten sukzessive auszugleichen. Die gute Finanzlage ergebe sich aus einem Anstieg der Projektförderungen und Spenden von 8500 Euro im Jahr 2016 auf 18 500 Euro im Jahr 2017. Doch auch Mitgliederbeiträge, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Baal Novo im Musicalprojekt "Linie 1" sowie Spenden gäben dem Verein soliden finanziellen Rückhalt, so Khan. In Aussicht sei für dieses Jahr noch eine weitere größere Zuwendung.

Acht Jugendbands werden von fünf Ehrenamtlichen zurzeit in den Proberäumen musikalisch und aufnahmetechnisch betreut, hinzu kommen viele Einzelprojekte mit Kooperationspartnern, etwa mit dem Jugendzentrum der Stadt Gengenbach oder mit dem Jugendmigrationsdienst der evangelischen Diakonie Lahr im Projekt "Together as One". Laut Kahn hat das JMW bisher rund 50 Aktionen mit Jugendlichen organisiert. Musik für die Zukunft hatte Kahn bereits zu bieten: Mit der Landesgartenschau GmbH gehe man ab Januar in die Planung für einen Jugend-Musik-Contest, der auf der LGS ausgerichtet werden soll. Mit der Stadt Lahr, respektive dem Schlachthof und dem Kinder- und Jugendbüro, wird es erstmals eine Kooperation für einen Jugendaktionstag geben. Zusammen mit dem ISKIZ Lahr (Intensiv-stationäres Krisen-Interventionszentrum auf dem Langenhard) wird das Musikprojekt "We are One" unter dem Titel "We are More" fortgeführt. In dem Rap-Projekt mit Migranten werden künftig deutschsprachige Texte entwickelt. Junge, deutschsprachige Rapperinnen aus Bands des JMW werden dazustoßen.
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/junge-musiker-spielen-auf-einem-hohen-standard


Foto: Christoph Breithaupt
Foto: Christoph Breithaupt

Mehr Raum für Musik und Gespräche

Badische Zeitung - 13.12.2017. Das Jugend-Musik-Werk Baden möchte zwei ehemalige Sanitärräume zu Sozialräumen umbauen / Die BZ-Weihnachtsaktion hilft.

 

LAHR. Gerade erst ist das Jugendmusikwerk Baden mit dem Deutschen Rock & Pop Preis ausgezeichnet worden. Nun folgt die nächste freudige Nachricht: Es gibt 5000 Euro aus der Weihnachtsaktion der Badischen Zeitung. Damit kann der Verein zwei alte Sanitärräume zu Sozialräumen umbauen. Wofür sie benötigt werden, erklärt der Vorsitzende Marco-Sharif Khan im Gespräch mit der BZ.

Knallig rot leuchtet die Tapete im Tonstudio. Sie ist geschmückt mit vielen bekannten Gesichtern. Hier Scorpions-Sänger Klaus Meine, dort der frühere Profiboxer Axel Schulz, ganz oben die Halbschwester von Barack Obama. Immer mittendrin: das Team vom Jugendmusikwerk um Marco-Sharif Khan. Die Zahl der Prominenten, die mit Khan und Co. auf den Fotos auftauchen, wächst immer weiter. Genau wie die Zahl der Auszeichnungen für das Projekt mit Sitz im Industriehof.

"Wenn diese Wände sprechen könnten, hätten sie viel zu erzählen." Marco-Sharif Khan blickt vom schwarzen Sofa auf die rote Tapete. Und damit meint er nicht die Geschichten vom Treffen mit der Prominenz bei den Preisverleihungen. Er meint die Geschichten, die in Lahr geschrieben werden. Und die in den Räumen des Jugendmusikwerks immer wieder zur Sprache kommen. Geschichten von Mobbing, von Missbrauch, von fehlendem Selbstwertgefühl. "Hier herrscht ein familiärer Charakter", sagt Khan. "Manche machen hier ihre Hausaufgaben." Er weiß, dass sich diese Hausaufgaben oftmals längst nicht aufs Schulische beschränken. "Hier trauen sich viele eher, über ihre Probleme zu reden." Weil Khan sie versteht. Der 36-jährige Schutterner mit persischen Wurzeln spricht die Sprache der Straße, bringt viel Lebenserfahrung mit. Er ist ein ehrenamtlicher Sozialarbeiter, der gar nicht wie einer daherkommt. Sondern ganz lässig in Sportjacke, Sneakers und mit Halskette. "Wir begegnen uns alle auf Augenhöhe", sagt er. Die Jugendlichen, die Musikwerk-Macher, letztlich auch die Promis auf den Bildern. Auf der Homepage des Vereins werden sie als Freunde des Jugendmusikwerks gelistet.
Zwei Jugendliche mit Instrumenten betreten das Nebenzimmer des Proberaums, wo das Gespräch mit der BZ über die Bühne geht. Sie wollen die Gitarren anschließen. "Stören wir?" Die Frage erübrigt sich. Dennoch wünschen sich Khan und Co. einen geschützteren Rahmen, gerade wenn es um Vier-Augen-Gespräche geht. Der Raum hierfür wäre da, die Infrastruktur aber noch nicht. Khan blickt in zwei Nebenzimmer, die vor vielen Jahren mal als Duschräume genutzt worden sind. Derzeit fristen sie ein düsteres Dasein, nicht mal Lampen hängen dort. Das soll sich ändern.

Nach einem Umbau sollen die beiden Zimmer zu Rückzugsräumen werden – sowohl für Mitglieder als auch für Musiker. Khan will dort Platz für ein Büro schaffen, wo auch mal jemand in Ruhe eine Bewerbung schreiben kann. Außerdem plant er einen großen Besprechungsraum mit kleiner Probemöglichkeit. "Zum Beispiel für Akustik-Sessions." Damit dieser Plan umgesetzt werden kann, gibt es 5000 Euro aus der Aktion Weihnachtswunsch der Badischen Zeitung. Khan und sein Team wollen im April 2018 mit dem Umbau beginnen, bis Jahresende fertig sein.

Dieses Team umfasst Khans Stellvertreter Sebastian Lavoie, Volker Renz (Kassenwart), Manuel Renz (Schriftführer und Betreuer), Daniel Bausch (Technikwart und Betreuer) sowie Julian Kiesele (Beisitzer und Betreuer). Und natürlich die Musiker. "Die Jugendlichen haben den Raum hier selbst gestrichen", sagt Khan mit Blick auf die rote Tapete. "Einer hat den Boden selbst verlegt. Der hat sowas vorher noch nie gemacht." Umso größer war anschließend die Freude. "Wie stolz die alle waren." Genauso soll es auch beim Umbau im nächsten Jahr ablaufen.

Teamwork. Gemeinsam umbauen, gemeinsam musizieren, gemeinsam die Hürden des Alltags meistern. So bunt wie die Bandprojekte des Vereins sind die Biografien der Teilnehmer. "Hier merkt der Gymnasiast, dass der Hauptschüler kein Assi sein muss", sagt Khan. "Und der Hauptschüler merkt, dass der Gymnasiast kein Schnösel sein muss." Beim Jugendmusikwerk treffen sich Leute, die sich draußen vermutlich nie treffen würden.

Khan zückt das Smartphone, spielt das neueste Video an. Eine 15-jährige Rapperin aus Hohberg, die Geschichte von Anne Frank, vom aktuellen Rechtsruck in Deutschland – ein durch und durch ambitioniertes Projekt. "Zehn Leute haben ein halbes Jahr daran gearbeitet. Alles ehrenamtlich." Das wird auch so bleiben. "Sonst wäre es ein Job. So ist es Leidenschaft", sagt der 36-Jährige, der Prokurist in einer Lahrer Druckerei ist.

Für diese Leidenschaft sollen durch den Umbau noch mehr Freiräume geschaffen werden. Die Kellerräume der früheren Roth-Händle-Kantine wären dann komplett hergerichtet, inklusive eines zusätzlichen Notausgangs. Fehlt nur noch die Barrierefreiheit. Auch das ist kein Problem für Khan: "Wenn jemand mit Rollstuhl kommt, dann tragen wir den eben runter." So geht Teamwork.

HINTERGRUND: Info Umbau auch im Finanzbereich

 

Beim Jugend-Musik-Werk Baden (JMW) geht es nicht nur darum, junge Menschen jedweder Herkunft und sozialer Schicht in ihrer musikalischen Ausdruckskraft zu fördern. Bei der Hauptversammlung am Montag sprach Vorsitzender Marco-Sharif Khan auch über die Investitionen in Räumlichkeiten und Ausstattung auf dem Zeitareal seit Gründung des Vereins im Mai 2014.

Im nächsten Jahr beginnt der schrittweise Übergang der finanziellen Verantwortung auf den Verein selbst. Kahn hatte im Zuge der Vereinsgründung einfach selbst Geld in die Hand genommen, damit die Räumlichkeiten auf dem Zeitareal bezogen werden konnten. Doch nach dem jüngsten Kassensturz und in Einvernehmen mit dem Finanzamt steht nun fest: Der Verein kann auf eigenen Füßen stehen. "Das bedeutet jetzt nicht, dass ich in Rente gehe", witzelte Khan, der Verein sei nunmehr in der Lage, die von Kahn vorfinanzierten Leistungen für die Umbauten sukzessive auszugleichen. Die gute Finanzlage ergebe sich aus einem Anstieg der Projektförderungen und Spenden von 8500 Euro im Jahr 2016 auf 18 500 Euro im Jahr 2017. Doch auch Mitgliederbeiträge, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Baal Novo im Musicalprojekt "Linie 1" sowie Spenden gäben dem Verein soliden finanziellen Rückhalt, so Khan. In Aussicht sei für dieses Jahr noch eine weitere größere Zuwendung.

Acht Jugendbands werden von fünf Ehrenamtlichen zurzeit in den Proberäumen musikalisch und aufnahmetechnisch betreut, hinzu kommen viele Einzelprojekte mit Kooperationspartnern, etwa mit dem Jugendzentrum der Stadt Gengenbach oder mit dem Jugendmigrationsdienst der evangelischen Diakonie Lahr im Projekt "Together as One". Laut Kahn hat das JMW bisher rund 50 Aktionen mit Jugendlichen organisiert. Musik für die Zukunft hatte Kahn bereits zu bieten: Mit der Landesgartenschau GmbH gehe man ab Januar in die Planung für einen Jugend-Musik-Contest, der auf der LGS ausgerichtet werden soll. Mit der Stadt Lahr, respektive dem Schlachthof und dem Kinder- und Jugendbüro, wird es erstmals eine Kooperation für einen Jugendaktionstag geben. Zusammen mit dem ISKIZ Lahr (Intensiv-stationäres Krisen-Interventionszentrum auf dem Langenhard) wird das Musikprojekt "We are One" unter dem Titel "We are More" fortgeführt. In dem Rap-Projekt mit Migranten werden künftig deutschsprachige Texte entwickelt. Junge, deutschsprachige Rapperinnen aus Bands des JMW werden dazustoßen.
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/mehr-raum-fuer-musik-und-gespraeche

Foto: Konstantin Göhrlich
Foto: Konstantin Göhrlich

Jugendmusikwerk Baden erhält Deutschen Rock & Pop Preis

Badische Zeitung - 09.12.2017. Im Studio des Jugendmusikwerks Baden fassen Jugendliche Selbstvertrauen – die Projekte sind mehrfach preisgekrönt worden. Ein Besuch bei Mastermind Marco-Sharif im Tonstudio in Lahr.

 

Schwarzer Hoodie, Bart, Piercings: Marco-Sharif Khan wirkt fast so rau wie das frühere Lahrer Industriegelände, in dem sich sein Tonstudio befindet. Von einer Laderampe führt eine Treppe in den Keller, eine rote Lichterkette am Geländer weist den Weg. Hier beginnen keine halbseidenen Karrieren, die in Hits vom Fließband enden. Jugendliche fassen im Various Impressions Studio des Jugendmusikwerks Baden bei Musikprojekten Selbstvertrauen, das sie anderswo nicht bekämen. Marco-Sharif Khan hält alles zusammen, mit viel Energie und Herz. Konstantin Görlich hat ihn getroffen.

Gerade gibt er einem Rap-Song den letzten Schliff. Darin kommt die Zeile "Erst wurden sie verraten, dann kam die Polizei" vor. Aber es geht nicht um Drogen oder Gangster. Der Song erzählt die Geschichte von Anne Frank – und vermittelt Entsetzen über das aktuelle Wiedererstarken des Rechtsradikalismus. Die Autorin schrieb den Text mit 14 Jahren, das Video hat das Potential zum YouTube-Hit. Khan weiß das, wenn er gegen Ende des Songs nach Reaktionen im Gesicht seines Gegenübers sucht – und Bestätigung findet.
Mit Erfolgen kennt er sich aus, denn das Jugendmusikwerk Baden und seine Projekte sind mehrfach preisgekrönt worden. Heute bekommt es beim "Deutschen Rock & Pop Preis" den ersten, zweiten oder dritten Preis in der Kategorie "Kulturpreis für die Förderung der Rock- und Popmusik in Deutschland". Schon die Nominierung ist für Khan kaum zu fassen. "Davon ein Teil zu sein, das ist mega!".

Selbst Erfolge in Serie bringen keine Routine, auch wenn er routiniert und verbindlich darüber spricht – und sich von seinen Mitstreitern damit aufziehen lässt, wenn er schon wieder für die Zeitung fotografiert wird. Das mag er nämlich gar nicht, im Mittelpunkt stehen als Gründer und Vorsitzender. Khan zieht lieber im Hintergrund die Fäden, ist immer da, ehrenamtlich, zusätzlich zu seiner Arbeit als Prokurist bei einer Druckerei. "Beruflich stehen wir alle unter Dauerstrom, das hier ist der Ausgleich", sagt er. Das Lockere, die Leichtigkeit, auch Leichtfertigkeit der Jugendlichen, die Witze und natürlich die Musik – das bringe ihn runter.

Nachdem das erste Studio durch einen Wasserschaden komplett verloren gegangen war, hätte Khan beinahe aufgegeben – doch die Kids seien mit ihren Sparbüchsen angekommen. "Irgendwie krieg’ ich es hin", sagte er sich tränengerührt, lehnte das Geld ab und bekam es hin. Er warb Unterstützung, Spenden und sehr gute Rabatte ein – und steuerte selbst viel bei, nicht nur seine bestehenden Netzwerke, sondern auch eigenes Geld. Bei der Gründung ging er komplett in Vorleistung und kämpfte lange um die Anerkennung als gemeinnütziger Verein, der Inklusion und Prävention betreibt. "Das Finanzamt hat uns mit einer Castingshow gleichgesetzt – obwohl das Studio auch schon vorher nichtkommerziell war."

Über die Musikarbeit mit den Jugendlichen erreicht er diese auf eine besondere Weise. Viele haben Missbrauch erfahren oder andere Traumata, haben Schwierigkeiten wegen ihres Coming-Outs. Wenn Khan davon erzählt, wird seine Stimme ruhiger, gefasster, sanfter. In der langen WhatsApp-Chatliste auf seinem Handy, das selten Ruhe gibt, stehen zwei Chats direkt übereinander: Einer mit einer Jugendlichen und einer mit deren Mutter. Worum es geht, verrät er natürlich nicht, niemandem, niemals. Er ist absolute Vertrauensperson, Vermittler auch, und manchmal einfach nur Zuhörer, der mit zwei blauen Haken – Nachricht gelesen – Sicherheit gibt. "Das tut denen gut, es einfach nur von der Seele lassen zu können."

Er spricht die Sprache der Jugendlichen und die der Eltern, setzt seinen Ortenauer Dialekt ein und auch mal einen vermeintlich blöden Spruch, um auf Augenhöhe zu kommunizieren und so argumentativ durchzudringen. "Manchmal bin ich auch für die Eltern das, was ich für die Kids bin. Auch weil ich manchmal Sachen weiß, die die Eltern nicht wissen und nie wissen werden. Ich habe schon viele Gespräche so geführt, dass es endlich mal zu einer Aussprache kam." Oft erreicht er die Kids eher, und die Eltern wissen das. "Ich hab kein Elternteil, das mir nicht vertraut."

36 Jahre ist er jetzt. Schon durch den Altersunterschied gebe es einen gewissen Respekt. Bands betreut er auch aus Zeitgründen nur noch bei den Älteren, für die Jüngeren gibt es Jugendbetreuer. Was Khan und sein Team machen, ist Jugendsozialarbeit auf höchstem Niveau, obwohl er gar kein Jugendsozialarbeiter ist – er hat aber über die Jahre viele Qualifikationen für die Vereinsarbeit erworben, auch im Musikbusiness. Kommerziell würde er sein Wissen aber nie einsetzen, sagt er. Es geht um die Erfolgserlebnisse – nicht um den Erfolg. "Aber wir unterstützen die Jugendlichen bestmöglich", sagt er. Dabei könnte gerbe auch mal ein Star rauskommen. Aber: "Dabei sein ist alles", sagt er, auch und gerade bei den Band-Wettbewerben, an denen die jungen Talente teilnehmen – ohne Druck, einfach aus Spaß an der Sache. "Wir machen unsere Projekte so, wie wir sie machen möchten – und wenn nix viral geht, geht nix viral."

Das Selbstvertrauen, das seine Kids, wie er sie nennt, dabei gewinnen, ist gigantisch. Etwa als die "Rebels of Rock" als erste Rockband überhaupt die höchst seriöse Lahrer Musikmedaille in Gold gewann.

Es hat den Anschein, als gingen Khan und sein Team auch an die heutige Preisverleihung mit dieser Einstellung heran. Aber er weiß: Die Nominierung ist "eine Bestätigung dafür, dass der Weg, den wir gehen, richtig ist und dass es gut ist, was wir mit den Kids machen – und für die Kids ist es auch eine Bestätigung: Es ist toll, wie ihr mitmacht!”
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/jugendmusikwerk-baden-erhaelt-deutschen-rock-und-pop-preis

Foto: HABERER
Foto: HABERER

Deutscher Rock und Pop Preis geht nach Lahr

Lahrer-Zeitung - 07.12.2017. Noch wissen Marco-Sharif Khan und Sebastian Lavoie nicht, ob sie am Ende den ersten, zweiten oder dritten Preis der Sonderkategorie 104 in Händen halten werden. Der Vorsitzende des Jugend-Musik-Werks Baden und sein Stellvertreter müssen sich noch gedulden: In der Siegerlandhalle in der Rubensstadt Siegen steigt am Samstag das große Finale des 35. Deutschen Rock- und Pop-Preises. Mehrere Dutzend Musiker und Nachwuchsbands treten in den unterschiedlichsten Haupt- und Nebenkategorien gegeneinander an. Während sie sich in einem Kurzauftritt noch einmal beweisen müssen, können sich Khan, Lavoie und ihre Begleiter allerdings entspannt zurücklehnen und das mehrstündige Musikfestival in aller Ruhe genießen.

 

Bei der Vergabe des Kulturpreises für die Förderung der Rock- und Popmusik spielt die Tagesform keine Rolle. Hier werden Einrichtungen und Institutionen ausgezeichnet, die sich der Musik- und Jugendförderung gleichermaßen verschrieben haben. Hier zählt das soziale Engagement, der entsprechende Beitrag zur Förderung des musikalischen Nachwuchses. Das Jugend-Musik-Werk Baden, das in diesem Jahr bereits mit den "Senator Ehrenamtspreis" der Hubert-Burda-Stiftung ausgezeichnet wurde, hat hier allerhand zu bieten. Im Sommer 2013 in Lahr gegründet, baut der Verein auf das zuvor im Rahmen der Schulsozialarbeit in Friesenheim geleistete Engagement von Marco-Sharif Khan auf. Unter dem Motto "Let’s Rock And Be A Family" betreut der Verein Schülerbands und junge Nachwuchsmusiker, führt Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen, Kinder mit persönlichen Beeinträchtigungen und Hemmschwellen zu einem kreativen Austausch zusammen. Kahn und seine Mitstreiter organisieren Workshops und Schulprojekte in der ganzen Oberrheinregion.

 

Dreh- und Angelpunkt ihres Engagements sind aber Proberaum und das Tonstudio, das sie auf rund 200 Quadratmetern im Kellergeschoss unter der ehemaligen Kantine im Lahrer Zeit-Areal, dem früheren Roth-Händle-Gelände, eingerichtet haben. Rund ein Dutzend Bands proben dort. Außerdem werden selbst geschriebene Songs, Tonträger und Videoclips mit den Jugendlichen produziert.

Quelle: https://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.lahr-grosser-erfolg-fuer-jugend-musik-werk.77159b90-c863-4524-964f-e7d88ea8e660.html


Foto: CHRISTOPH BREITHAUPT
Foto: CHRISTOPH BREITHAUPT

Deutscher Rock und Pop Preis 2017

Badische Zeitung - 04.11.2017  - "Wir flippen völlig aus!!!!!!!!! Deutscher Rock & Pop Preis in der Kategorie "Kulturpreis für die Förderung der Rock- und Popmusik in Deutschland" geht an das Jugendmusikwerk Baden. Für Marco-Sharif Khan, den Vorsitzenden des Vereins ist egal, ob man den ersten, zweiten oder dritten Platz erreicht hat. "Auf jeden Fall Treppchen", jubelt er auf der Facebook-Seite des Jugendmusikwerks. Vor der Preisverleihung am 9. Dezember hat Manfred Dürbeck mit Khan gesprochen.

 

BZ: Herzlichen Glückwunsch! Hat Sie die Nominierung überrascht?
Khan: Sehr (lange Pause). Sehr. Wir haben das gar nicht auf dem Schirm gehabt. Der Rock & Pop Preis hat bei uns nachgefragt, warum sie noch keine Anmeldung von uns haben. Bei meinem Rückruf haben sie mir gesagt, dass wir Erste, Zweite oder Dritte sind, auf jeden Fall Sieger. Man kann sich in der Kategorie gar nicht bewerben. Da wird man empfohlen.

BZ: Wissen Sie inzwischen, wer Sie vorgeschlagen hat?
Khan: Möglicherweise war’s die Betreuerin einer Jugendeinrichtung. Aber es soll mehrere Empfehlungen gegeben haben.

 

BZ: Was bedeutet der Preis für Sie, für die weitere Arbeit?
Khan: Dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dass unsere musikalische Förderung Hand und Fuß hat, auch schwierige Jugendliche miteinzubeziehen. Es ist auch die Belohnung dafür, dass wir jetzt breiter aufgestellt sind – im Inklusionsbereich, in der Integrationsarbeit, in der Kooperation mit Städten und Gemeinden.

BZ: Wie viele Personen sind im Rahmen des Jugendmusikwerks aktiv?
Khan: Wir haben weit über 100 Mitglieder und betreuen über 300 Jugendliche in unterschiedlichsten Projekten.

BZ: Wie sieht die Arbeit konkret aus?
Khan: Wir haben das Kernsegment, das sind die Jugendbands, die sich bei uns bilden. Die proben ein mal wöchentlich für ihre Auftritte. Das ist der harte Kern. Derzeit sind das sieben Bands.

BZ: Und parallel dazu?
Khan: Da gibt’s verschiedene Projekte. Da sind wir gerade an einer Anne-Frank-Arbeit mit einer 15-jährigen Rapperin aus Hohberg. Da werden Texte und Musik erarbeitet. Da wird ein Video gedreht, in dem Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschmolzen werden. Aber da steckt noch einiges an Arbeit dahinter. Und dann verschiedene Präventionsprojekte, die einmal pro Jahr stattfinden.

BZ: Prävention wofür?
Khan: Wir greifen uns ein Thema raus, wir haben bei der Aktion Amoklauf Winnenden mitgemacht, bei Rock gegen Rechts oder Gitarren statt Knarren. Wir suchen einen Song und erarbeiten den inklusive Video mit den Jugendlichen.

BZ: Nun sind Sie im Hauptberuf Prokurist und nicht Musiker oder Sozialarbeiter. Wie schafft man da die Organisation des Jugendmusikwerks? Nebenher ist das ja wohl nicht zu leisten?
Khan: Ich schaffe das nur dank eines Superteams. Meine Juniorbetreuer sind genauso aktiv wie ich als Vorsitzender. Die Jungs bringen sich mit ihren je eigenen Stärken so gut ein, dass das Ganze sehr rund läuft.

BZ: Wie viele sind da aktiv dabei?
Khan: Zum Betreuerteam gehören Manuel Renz, Daniel Bausch, Julian Kiesele, mein Stellvertreter Sebastian Lauer und nicht zu vergessen Volker Renz. Das ist die Kernmannschaft, die sich um alles kümmert. Die bauen die Technik auf, die betreuen die Bands, die kümmern sich um die Planungen im Vorfeld. Da kann ich mich entspannt zurücklehnen. Das ist Hundert Prozent Ehrenamt.

BZ: Und wie geht’s weiter? Man hat das Gefühl, das Ganze ist schon eine Art Selbstläufer.
Khan: Gute Frage. Ein Stück weit sind wir schon überrannt worden von dem ganzen Hype. Wir planen nicht. Es ereignet sich halt. Wir haben noch zwei ungenutzte Räume, die wird gerne als Rückzugsmöglichkeit umbauen wollen. Wir haben eben auch mit sozial schwachen Kindern zu tun, mit Jugendlichen, die Probleme haben, mit denen wir in Ruhe reden können müssen. Da sind wir derzeit auf Spendensuche.

BZ: Ihr größter Traum?
Khan: Dass sich vielleicht andere Institutionen ein Beispiel nehmen, dass man mit Ehrenamt viel erreichen kann. Dass es vielleicht auch mal ein Jugendmusikwerk Schwaben oder Bayern gibt. Dass jemand auf den Zug aufspringt. Zwei Stunden in der Woche bringen keinen um. Und man kann viel Gutes bewirken.

BZ: Als wir Sie vor einem Jahr porträtiert haben, ließen wir offen, ob Sie Musiker, Geschäftsmann oder ehrenamtlicher Sozialarbeiter sind. Wo sehen Sie sich?
Khan: Alles zusammen.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/das-ist-100-prozent-ehrenamt


Foto: Heidi Fössel
Foto: Heidi Fössel

Benefizkonzert

Badische Zeitung - 28.09.2017 - LAHR-KIPPENHEIMWEILER (rb). Bei der Benefizveranstaltung des ambulanten Pflegedienstes Mara in der Kaiserswaldhalle sind 2010 Euro zugunsten der siebenköpfigen Familie aus Kappel zusammengekommen, die bei einem Hausbrand im Juni dieses Jahres ihr ganzes Hab und Gut verloren hat.

Mara-Inhaberin Martina Tischel und Geschäftsführer Rainer Heller konnten in der schon beim Auftakt gut besetzten Kaiserswaldhalle auch die betroffene Familie willkommen heißen. Ein ganz besonderer Dank galt den zahlreichen Sponsoren aus Geschäftswelt und Privatleben für die Finanzierung der Tombola mit mehr als 500 Preisen sowie den Wylerter Landfrauen, die eine Riesenauswahl von Kuchen und Torten gebacken und zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt hatten.

Im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen konnten sich die Gäste vom Magier Zatara mit seiner Show buchstäblich verzaubern lassen. Während sich die älteren Semester unter den Gästen vom DRK-Team aus Kippenheim über Erste Hilfe und von den Kollegen aus Lahr über den Hausnotruf informieren ließen oder sich am Stand der Karl-Apotheke einem Mini-Gesundheits-Check unterzogen, vertrieben sich die Sprösslinge auf der vom Lahrer Roten Kreuz aufgebauten Hüpfburg die Zeit.

 

Zur Kaffeezeit hatten die Wylerter Landfrauen dann alle Hände voll zu tun, Kuchen, Torten und Waffeln an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Angesichts des sozialen Zwecks der Veranstaltung griffen die Besucherinnen und Besucher auch kräftig zu.

Für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgte das Duo Caprice und das Jugendmusikwerk Baden. Sie und der Zauberer Zatara verzichteten zugunsten der brandgeschädigten Familie auf ihre Gagen. Die Veranstaltung ist zudem von den Ortsvereinen Lahr und Kippenheim des Deutschen Roten Kreuzes sowie von der Karls-Apotheke in Kippenheim, von der Metzgerei Roth und von Getränke Heck, beide in Kippenheimweiler, unterstützt worden.

Der Pflegedienst Mara hat sich bei der Geschäftseröffnung im Juni vorgenommen, jährlich eine Benefizveranstaltung unter dem Motto "Wir wollen helfen – gemeinsam sind wir stark" zu veranstalten, deren Erlös unverschuldet in Not geratenen Mitmenschen, Vereinen oder einer kommunalen Einrichtung zugutekommen soll. Bei der Benefizveranstaltung am Samstag übernahm das Mara-Team alle anfallenden Unkosten, sodass die gesamten Einnahmen für den guten Zweck zur Verfügung gestellt werden konnten.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/hilfe-fuer-die-brandopfer-x4x--142553112.html


Foto: Balublies
Foto: Balublies

Die "Linie 1" hatte mächtig Fahrt

Lahrer Zeitung - 03.07.2017 - Die "Linie 1" des Berliner Grips-Theaters ist 30 Jahre alt. Die Geschichte einer Ausreißerin, die im damaligen West-Berlin, genauer im Noch-nicht-Szene-Viertel Kreuzberg, strandet, ist immer noch aktuell.

Lahr. Das haben "Baal Novo", das Jugendmusikwerk und die City-Ballett-Schule am Freitagabend im Zeitareal vorgeführt. Die "Linie 1" hatte mächtig Fahrt und bot den vielen Besuchern die eine oder andere rasante Kurve an. Dafür verantwortlich war eine sehr souveräne Leistung aller Darsteller.

Die Band des Jugendmusikwerks und die City-Ballett-Schule haben daran aber genauso viel Anteil. Die rasanten Kurven der imaginären Berliner U-Bahn hat es auf der Bühne in Lahr wirklich gegeben. Die Darsteller haben zu der passenden Geräuschkulisse und per Beamer an die Wand geworfenen Haltestellen entsprechend agiert. Diese Szene hat sich immer wieder abgespielt und war damit eine Art Leitmotiv in der gesamten Handlung.

Emilie Litterst, "das Mädchen" genannt, ist wegen der großen Liebe aus Lahr nach Berlin ausgerissen. Sie trifft alles, was die Stadt als Kaleidoskop auf der Suche bieten kann – nur nicht den geliebten Rocker Johnny. Das klappt dann irgendwann doch, aber dann krachen die Gegenwart – auf der Bühne – und eine – verklärte – Vergangenheit aufeinander und finden keine Auflösung.

Insgesamt hat Horst Kiss, Regisseur von "Baal Novo", ein Dutzend Darsteller für die Geschichte der Suche – und der "Linie 1" – aufgeboten. Dazu haben acht Tänzerinnen und Tänzer das Ensemble ergänzt. Auch die Band war sichtbar und gehörte so zur Inszenierung, die auch gesehen werden sollte. Die Bühne war also so voll, wie es U-Bahnen in Großstädten sein können.

Sicher waren einige Szenen auch nicht gerade bequem. Aber wer erwartet von einer vollen U-Bahn, die quietscht, rattert und andere Geräusche mehr von sich gibt, wirklich so etwas wie eine angenehme Fahrt? Dass eine Lady dann erst Vorurteile vom Stapel lässt, die irgendwann die Grenze zum Rassismus übertreten, ist einer Realität heute wie bei der Uraufführung damals geschuldet und nicht zu vermeiden.

Das Ensemble spielte "Linie 1" ohne Pause durch. Die 90 Minuten vergingen wie im Flug und nicht wie in der ordentlich rüttelnden "Linie 1". Danach merkte man allerdings doch deutlich, wie eng und stickig der Verschlag in der ehemaligen Kantine der Firma Roth-Händle gewesen ist. Das aber dürfte mit zur Regie gehört haben. Eine Pause hätte der eindringlichen Darstellung mehr geschadet als den Zuschauern gut getan.

 

Quelle: http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.lahr-die-linie-1-hatte-maechtig-fahrt.2f464e34-bb47-4221-a933-1d1ef07e1232.html


Foto: Heidi Fössel
Foto: Heidi Fössel

Mitreißende Tour durch den Großstadtdschungel

Badische Zeitung - 03.07.2017 -  LAHR. Woran erkennt man die Dorfpflanze in der Großstadt? Zum Beispiel daran, dass sie sich darüber wundert, dass die U-Bahn außerhalb des Zentrums gar nicht unterirdisch fährt. So geht es auch dem Mädchen aus Lahr, das allein in Berlin nach einem Musiker sucht, den sie für ihre große Liebe hält.

Diese Geschichte erzählt das Musical "Linie 1", das am Wochenende als Jugendprojekt des Baal-Novo-Theaters unter der Regie von Horst Kiss im Zeitareal aufgeführt wurde. Das 1986 im Berliner Grips-Theater uraufgeführte sozialkritische "Kultmusical" hat Maßstäbe gesetzt und wird immer noch auf vielen Theaterbühnen weltweit gespielt. Das wundert eigentlich ein wenig, sind die Songs (Musik: Birger Heymann) zwar eingängig, aber keine ganz großen Hits geworden, und die Handlung (Volker Ludwig) hat auch ein wenig Staub angesetzt, wenn man sich vorstellt, wie leicht heute per Smartphone der Weg vom Bahnhof Zoo nach Kreuzberg zu finden wäre. Doch das Großstadtpanorama mit der erfolgreichen Managerin (Julia Thorwarth), den U-Bahn-Kontrolleuren (Julia Neumann, Atanas Palankov, Maya Pippig), den Schulschwänzern (Antonia Rotzoll und Amelie Karl), dem Obdachlosen (Ahmad Aljassem) und den ganzen anderen Gestrandeten und Getriebenen im Großstadtdschungel (Johannes Fischinger, Wiktor Postek, Michelle Lambertz) ist immer noch treffend.

 

Die elf jungen Darsteller zwischen 13 und 25 Jahren sind bei der Premiere am Freitagabend von der ersten Minute an voll dabei. Um "6 Uhr 14, Bahnhof Zoo" sehen zwar die durchnächtigten Berliner "alle aus wie ausgekippte Mülleimer", aber die Szenerie sprüht vor Leben, auch wenn das nicht immer leicht ist. Das namenlose Mädchen aus Lahr, hervorragend gespielt von der 16-jährigen Emilie Litterst, lernt allmählich unterscheiden, wem sie trauen kann und wem nicht. Die Leistungen der jungen Darsteller sind durchweg beeindruckend, leidenschaftlich verkörpern sie jeweils gleich mehrere Rollen. Dass die Gruppenszenen gut rüberkommen, wie beim mitreißenden "Du sitzt mir gegenüber", versteht sich fast von selbst.

Musical-Glamour beim Kontrolletti-Tango


Aber auch der Solo-Gesang klappt hervorragend, dank der Einstudierung durch Marco-Sharif Khan und der  Begleitung durch die Band des Jugend-Musik-Werks Baden. Die acht Tänzerinnen der City-Ballett-Schule zaubern im Zeitareal noch etwas mehr Musical-Glamour auf die Bühne, zum Beispiel wenn sie beim "Kontrolletti-Tango" mittanzen.

Das ganze Panoptikum der Extreme setzt der jungen Ausreißerin sichtbar zu. Zwischen dauernd angequatscht werden mit "Haste mal ne Mark" und der scheinbar unendlichen Freiheit der Lebensentwürfe und der Liebe scheint sie immer verlorener zu werden. Während zwei ihrer neuen Bekannten den schnellen Spaß der "dicken, fetten Liebe" vorziehen, die "in Wirklichkeit doch nur Schrankwand, Wüstenrot, Rentenbescheid" bedeute, sehnt sich das Dorfmädchen nach ihrem Märchenprinzen und ahnt doch schon, dass mit dem etwas nicht stimmt. Als sich die drogenabhängige Lumpi vor die U-Bahn wirft, ist es aus mit der Abenteuer-Romantik – und doch ist Linie 1 ein hoffnungsvolles Stück, und zwar eines, bei dem der Mut von denen ausgeht, die die schlechtesten Aussichten haben. Wenn Michelle Lambertz "Hey du" singt, dann geht das auch dem Publikum unter die Haut. Und am Ende wird natürlich alles gut. Großer Applaus für ein ungewöhnliches, anspruchsvolles Jugendtheater-Projekt.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/mitreissende-tour-durch-den-grossstadtdschungel


Foto: Haberer
Foto: Haberer

Junge Lahrer lassen "Linie 1" aufleben

Lahrer Zeitung - 29.06.2017 -  Die junge Bühne des Regionaltheaters "Baal Novo", das Jugend-Musik-Werk Baden und die City-Ballett-Schule führen das Kultmusical "Linie 1" auf. Die Premiere geht am morgigen Freitag ab 19 Uhr auf dem Zeit-Areal über die Bühne.

Lahr. Elf junge Schauspieler, zehn Tänzerinnen und fünf Musiker werden aufgeboten, um das 1988 auch verfilmte Erfolgsmusical des Berliner Grips-Theaters noch einmal aufleben zu lassen. Regisseur Horst Kiss und Marco-Sharif Khan vom Jugend-Musik-Werk Baden haben fast ein Jahr lang mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen an der Inszenierung des Stoffs gefeilt. Parallel dazu hat Ulla Kern von der City-Ballett-Schule Lahr mit zehn ihrer Schülerinnen Choreografien zu drei der Songs einstudiert. "Linie 1" kommt damit als Kooperationsprojekt mit mehr als zwei Dutzend Akteuren auf die Bühne, als waschechtes Einsteigermodel eines blutjungen Ensembles, in dem Nachwuchstalente im Alter von 21 bis 25 Jahren zusammengeführt wurden.

Erzählt wird die Geschichte einer jungen, von der 16-jährigen Emilie Litterst gespielten Ausreißerin, die auf der Suche nach ihrem Traumprinzen in Berlin landet. Sie bleibt in der U-Bahn vom Bahnhof Zoo nach Kreuzberg hängen, trifft dort auf ein buntes Kaleidoskop schillernder Großstadttypen und gesellschaftlicher Außenseiter. Ihr Traumprinz, der Rockstar Johnny, der sie nach Berlin eingeladen hat, ist erst einmal nicht darunter. Das Mädchen treibt durch Berlin, das Wiedersehen mit Johnny raubt ihr schließlich alle Illusionen. Sie kehrt aufs Land zurück, erzählt dort ihre Geschichte.

Eine echte Geschichte ist aber auch die Inszenierung selbst. Horst Kiss und Marco-Sharif Khan haben das bei mehreren Workshops rekrutierte Ensemble schrittweise aufgebaut und an ein Musical herangeführt, das zuvor keiner der Akteure gekannt hat. Nun erzählen sie in einer spritzigen und unterhaltsamen Aufführung vom Leben und Überleben in der Großstadt, stimmen griffige Songs an, lassen in der Straßenbahn die Hüften kreisen, während sie von Hoffnung und Träumen erzählen, von Anpassung, Mut und Selbstbetrug. Sie laden ein zum Lachen und Weinen, zum Schwelgen in den natürlich auch live eingespielten Songs des Musicals.

Nach der Premiere am morgigen Freitag ab 19 Uhr ist "Linie 1" am Sonntag, 2. Juli, ab 17 Uhr noch einmal auf dem Zeit-Areal zu sehen.

INFO

Das Musical

»Linie 1« wurde 1986 vom Berliner Grips-Theater uraufgeführt. Die Musik schrieb Birger Heymann mit der Rockband »No ticket«, die Texte verfasste Volker Ludwig. Die U-Bahn-Linie 1 verlief damals im Westteil Berlins zwischen den Bahnhöfen Ruhleben und Schlesisches Tor.

Quelle:http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.lahr-junge-lahrer-lassen-linie-1-aufleben.026c755f-3ed8-4635-bdeb-2b9048b952be.html


Foto: Heidi Fössel
Foto: Heidi Fössel

Musical übers Erwachsenwerden

Badische Zeitung - 29.06.2017 - Junges Theater Babel und Jugendmusikwerk Baden präsentieren morgen, Freitag, ihre Inszenierung von "Linie 1".

 

LAHR. Abenteuerlust und große Liebe, Träume von Starruhm und Freiheit – und dann die unerbittliche Realität, die härter ist als man denkt. Das Jugend-Musical "Linie 1", geschrieben von Grips-Theater-Chef Volker Ludwig und dort Ende der 1980er uraufgeführt, ist keiner der großen kommerziellen Erfolge, aber nach der "Dreigroschenoper" das meistgespielte deutsche Musical an Theatern. Es ist ein Musical über das Erwachsenwerden im Zeitraffer. Morgen, Freitag, präsentiert Babel, die in Lahr ansässige junge Theaterabteilung des Baal novo-Theaters, seine Version auf dem Zeitareal.

Das Musical handelt von einem jungen Mädchen aus Lahr, das sich in einen Berliner Rockmusiker verliebt. Sie reißt von zu Hause aus und versucht, ihn in Kreuzberg zu finden. In Berlin begegnet sie den Gestrandeten der Großstadt und lernt, dass Menschen oft anders sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Rund 30 Mitwirkende hat das Projekt, das im vergangenen Herbst begonnen hat. Zum ersten Mal arbeiten das theaterpädagogische Zentrum Babel und das Jugendmusikwerk Baden zusammen. Beide haben ihre Wirkungsstätten in der ehemaligen Roth-Händle-Kantine. Theaterpädagoge Horst Kiss probte jeden Montag mit den elf Schauspielern im Alter von 13 bis 25 Jahren Text und Inszenierung, Marco-Sharif Khan war mittwochs für den Gesang zuständig.

Schafft man zwei Proben in der Woche zusätzlich zur Schule? "Kein Problem", antwortet die 13-jährige Julia Neumann, die das Clara-Schumann-Gymnasium besucht. "Bei mir läuft’s eh gut an der Schule", meint sie trocken, bevor sie wieder zur Probe auf die Bühne geht. Julia Thorwarth hat auch die langen Anfahrten von Kehl und Offenburg nicht gescheut. Sie hatte von dem Projekt über die Facebook-Seite des Jugendmusikwerks erfahren. Das große Hobby der 25-jährigen Kinderkrankenschwester ist das Singen – und das kann sie so gut, dass sie regelmäßig für Hochzeiten und Taufen gebucht wird. Die Tanzeinlagen, die bei einem Musical natürlich mit dazu gehören, steuert eine Gruppe der City-Ballett-Schule bei, die zunächst weitgehend unabhängig probte. In der letzten Woche vor der Premiere ist nun alles zusammengeführt worden, die Darsteller proben erstmals mit Mikros, und so langsam steigt das Lampenfieber bei den Akteuren – aber auch die Vorfreude auf die Aufführungen.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/musical-uebers-erwachsenwerden


Foto: Michael Bode
Foto: Michael Bode

Er gibt traumatisierten Kindern ein Zuhause

STAZ & GULLER - 18.06.2017 Marco-Sharif Khan ist Vorsitzender des Jugend-Musik-Werks Baden in Lahr.

Lahr (ds). Es war ein wahrer Medienrummel, dem sich Marco-Sharif Khan in den vergangenen Wochen gegenüber sah. Obwohl der diesjährige Träger des Burda-Ehrenamtspreises nicht gern im Mittelpunkt steht, absolvierte er routiniert alle Termine, lenkte dabei die Aufmerksamkeit aber lieber auf das Jugend-Musik-Werk Baden in Lahr, dessen Vereinsvorsitzender er ist. "Ich habe zwar den Preis bekommen, aber das Jugend-Musik-Werk sind wir gemeinsam: Sebastian Lavoie, Daniela Bausch, Julian Kiesele, Manuel Renz und ich", betont Khan.

 

Schon seit 20 Jahren engagiert sich der gebürtige Schutterner mit persischen Wurzeln ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit, bei der die Musik immer im Mittelpunkt stand. In der fünften Klasse gründete er seine erste Schülerband, die "Various Impressions Band", in die er schon schnell Jugendliche außerhalb der Friesenheimer Schule holte. So kamen im Laufe der Jahre in mehreren Bands, die Khan ins Leben rief, Jugendliche unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Schularten und unterschiedlicher sozialer Schichten zusammen. "Auf diese Weise lernten sie, Vorurteile abzubauen und hatten außerhalb des Elternhauses eine Anlaufstelle", stellt der 36-jährige Prokurist der Lahrer Druckerei C. F. Dreyspring fest. Große Unterstützung erhielt Marco-Sharif Khan vom ehemaligen Rektor der Friesenheimer Schule, der ihm 2007 ermöglichte, im Keller der Schule ein Studio einzurichten – das "Various Impression Studio", das den Jugendlichen zum Zuhause und zum Mittelpunkt seines ehrenamtlichen Engagements wurde. "Meine Bands haben schon damals an Wettbewerben wie dem Baden-Württemberg-Talent teilgenommen und sind vor großem Publikum, beispielsweise beim Zelt-Musik-Festival in Freiburg, aufgetreten", erzählt Khan.

 

Alles lief rund für Marco-Sharif Khan und seine Jugendlichen, bis 2013 der Schock kam: "Ein Wasserschaden hat das Studio komplett zerstört und Erinnerungen an lange Jahre vernichtet", berichtet Khan. "Das hat mich sehr mitgenommen. Ich hatte plötzlich keine Kraft mehr und wollte alles an den Nagel hängen", so Khan weiter. Doch dann sind die Jugendlichen auf ihn zugekommen und haben ihn gebeten weiterzumachen und auch deren Eltern haben ihm den Rücken gestärkt. "Ich habe mich überzeugen lassen und habe nach neuen Räumlichkeiten gesucht", erinnert sich Marco-Sharif Khan. Fündig wurde er im "zeit.areal" in Lahr, wo Khan ein neues privates Studio einrichtete und gleichzeitig das Jugend-Musik-Werk Baden beheimatet ist. "Zusammen mit meinen vier Jungs habe ich 2013 den Verein gegründet, mit dem ich Kindern und Jugendlichen, die entweder sozial schwach sind, ein Handicap haben oder traumatisiert sind, ein Zuhause geben möchte", beschreibt Khan. In seinem Studio können sie alle Instrumente lernen, die in einer Band benötigt werden. "In erster Linie machen wir Musik, manchmal lernen wir auch zusammen oder führen Gespräche zu Themen, die die Jugendlichen beschäftigen", berichtet Marco-Sharif Khan. Manchmal werden er und seine Jungs als "ehrenamtliche Streetworker" bezeichnet. "Das macht mich stolz", sagt Khan, der oft schon gefragt wurde, warum er nicht hauptberuflich in der Jugendarbeit tätig sein will. "Dann ist es ein Job und ich muss es tun. Jetzt will ich es, es ist mir eine Herzenssache. Außerdem ist es mit keinem Geld der Welt zu bezahlen, erleben zu dürfen, wie Kinder hier lachen und vergessen können", betont er. Auch ihm selbst tut die Arbeit gut: "Ich weiß, wie es ist, am Boden zu liegen. Ich bin ohne Vater aufgewachsen und da gab es schon schwere Zeiten."

 

Marco-Sharif Khan hat die Vision, die Welt etwas zu verbessern und steckt weit über 50 Prozent seiner Freizeit in das Jugend-Musik-Werk. Er selbst ist leidenschaftlicher Motorradfahrer und Computer-Junkie, wie er schmunzelnd erzählt. Das alles tritt in den Hintergrund, wenn es gilt, Projekte vorzubereiten. So organisierte er etwa ein Benefizkonzert für krebskranke Kinder, "Gitarren statt Knarren" oder "Rock gegen Rechts". Aktuell betreut er ein Kooperationsprojekt mit "Baal Novo" und plant mit "Forever Angel" ein Benefizkonzert im nächsten Sommer, mit dem er zur Blutspende und zur Typisierung für Knochenmarkspenden aufrufen will.

Quelle: https://www.stadtanzeiger-ortenau.de/lahr-stadt/c-panorama/er-gibt-traumatisierten-kindern-ein-zuhause_a2853


Freizeit Revue - 24.05.2017


Foto: Stadt Offenburg
Foto: Stadt Offenburg

Senator-Ehrenamtspreis

Pressebericht Stadt Offenburg - 20.05.2017

Saugute Idee!"
Marco-Sharif Khan vom Jugend-Musik-Werk erhält Senator-Ehrenamtspreis.

Marco-Sharif Khan (36/2.v.r.) ) ist der Gewinner des mit 2.000 Euro dotierten Senator-Ehrenamtspreises. Die vom Verleger Hubert Burda (2.v.l.) gestiftete und nach seinem Vater benannte Auszeichnung wurde am Offenburger Familiensitz der Burdas verliehen.

Khan, Sohn eines persischen Vaters und einer badischen Mutter und leidenschaftlicher Rock-Musiker, fördert seit den 90er Jahren Jugendliche, hilft beim Band-Gründen, Instrumente-Lernen, Song-Schreiben und Einspielen. Vor einigen Jahren wurde daraus das „Jugend-Musik-Werk Baden“ mit über 100 Mitgliedern, Sitz in Lahr und Studio in Friesenheim.
Oberbürgermeisterin und Schirmherrin Edith Schreiner (l.) hob in ihrer Laudatio die integrative Wirkung des Vereins hervor: „Bei Ihnen kommen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen – aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen, mit den unterschiedlichsten Bildungsvoraussetzungen und mit den unterschiedlichsten familiären und sozialen Hintergründen.“
In Offenburg engagiert sich das Musik-Werk in der Hansjakob-Schule, wo behinderte und nicht behinderte Musiker gemeinsam spielen. Im Rahmen eines anderen Projektes entstand der Song zur Berufsinfomesse 2015.
Edith Schreiner: „Sie geben jungen Menschen Mut, Zuversicht, Optimismus und Selbstbewusstsein. Sie vermitteln Erfolgserlebnisse und Sie zeigen, dass man im Leben selbst was in die Hand nehmen kann.“
„Es sind manchmal die größten Chaoten, die bei uns zu den zuverlässigsten Kräften werden“, bestätigte Khan die erzieherische Wirkung der Musik.
„Auf gut Badisch eine saugute Idee“, nannte Hubert Burda, das Engagement Khans und seiner Mitstreiter. Er will das Musik-Werk mit seiner Tochter Elisabeth zusammenbringen, die als Komponistin und Musikerin in Kalifornien lebt.
Und auch Landrat Frank Scherer (r.) fand einen familiären Bezug. Sein Sohn ist bei einem Projekt des Musikwerks engagiert.

Quelle:https://www.facebook.com/stadtoffenburg/photos/a.420888037950684.87489.314768415229314/1525172260855584/?type=3&theater"


Foto: Peter Heck
Foto: Peter Heck

Marco-Sharif Khan erhält Senator-Ehrenamtspreis

Mittelbadische Presse - 20.05.2017 -  Der Senator-Ehrenamtspreis 2017 der Hubert-Burda-Stiftung geht in diesem Jahr an den Lahrer Marco-Sharif Khan für sein Projekt Jugend-Musik-Werk Baden. Er wurde am Mittwoch ausgezeichnet.

Zur Verleihung des Senator-Ehrenamtspreises am Mittwoch kamen viele Prominente in die Fondation Aenne und Franz Burda. Unter ihnen auch Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner und Landrat Frank Scherer. Stifter Hubert Burda erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass das Haus seiner Eltern ein Ort sei, an dem man zusammenkomme. Es sei somit der würdige Rahmen, um die Auszeichnung zu vergeben.

Das Projekt des Preisträgers Marco-Sharif Khan selbst sei eine »saugute Idee«, denn mit seinem Lahrer Jugend-Musik-Werk Baden bringe er ehrenamtlich junge Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten zusammen. Schwache und Traumatisierte lernten untereinander und voneinander, so ein weiteres Kriterium für die Preiszuerkennung.
Einen Preisträger auf den Sockel zu stellen und andere damit zu motivieren, sei eine Intention dieses Preises, sagte OB Schreiner in ihrer Laudatio. Dass die Auszeichnung von einer unabhängigen Jury vergeben und unabhängig vom Wohnort des Preisträgers zuerkannt werde, zeige, dass die gesamte Ortenau in das Stifterwerk einbezogen werde.

Alles in der Freizeit

Die Musik als Werkzeug der Integration und des Miteinanders sieht sie als Werkzeug zum Brückenbau. Dass Marco-Sharif Khan dies in seiner Freizeit mache, sei besonders lobenswert. Was er vermittle, könne so beschrieben werden: »Nimm deine Zukunft in die Hand, denn du weißt, dass du es kannst.«

Wie man das nahezu jeden Tag mache, fragte Moderator Norbert Großklaus, um von Khan die Antwort zu erhalten: »Man macht's einfach, weil man es will. Es ist aber auch ein Ausgleich zum Berufsalltag.« Das Jugend-Musik-Werk Baden sei nicht sein einziges Projekt. Ein Theaterprojekt mit Jugendlichen, die noch nie auf einer Bühne standen, habe am 30. Juni Premiere. Für das Jahresende sei ein Benefizkonzert geplant. Es werde kein Eintritt verlangt, aber die Besucher seien vor die Wahl gestellt: »Blut spenden oder einen finanziellen Beitrag leisten.«

Umrahmt wurde die Feierstunde von Instrumentalsolisten der Jugendmusikschule Offenburg. Beim anschließenden badischen Mittagessen war Gelegenheit zu Gesprächen mit dem Preisträger, in deren Verlauf man immer auf das zurückkam, was Hubert Burda zu Beginn ausgeführt hatte. Khan verbinde mit seinem Engagement alle Elemente, die die Musik zu bieten habe. Dabei beziehe er sowohl moderne als auch klassische Musik mit ein, genauso wie es – ein Lieblingsthema von Hubert Burda – in den Medien darum gehe, Print und Online zu verbinden.

Quelle: http://www.bo.de/lokales/ortenau/marco-sharif-khan-erhaelt-senator-ehrenamtspreis


Foto: Röderer (BZ)
Foto: Röderer (BZ)

Senator-Ehrenamtspreis geht an Marco-Sharif Khan

Badische Zeitung - 18.05.2017 - Selten hatte es die Jury so leicht wie diesmal, aus den eingegangenen Bewerbungen den Sieger herauszupicken – so erdrückend war die Beweislage: Und so ist jetzt der aus Friesenheim-Schuttern stammende und in Lahr lebende Marco-Sharif Khan Träger des sechsten Senator-Ehrenamtspreises von Burda. Der 36-Jährige ist Vorsitzender des Lahrer Jugend-Musik-Werk Baden, eines gemeinnützigen Vereins zur Förderung jugendliche Musiker – auch solcher mit Migrationshintergrund, mit Behinderung oder schmalem Geldbeutel.

2012 war Premiere. Hubert Burda rief seinerzeit den nach Vater Franz benannten Senator-Ehrenamtspreis für Offenburg und die Ortenau ins Leben. Der sei nicht nur Unternehmer gewesen, sondern habe in dieser Funktion auch eine wichtig soziale Aufgabe erkannt: Menschen in Not oder am Rande der Gesellschaft zu helfen – oder auch Mitarbeitern, die gerade in irgendeiner Misslichkeit stecken. Und der Vater habe auch jene Menschen geschätzt, die sich uneigennützig einbringen, die soziale Verantwortung übernehmen: "Das Ehrenamt ist ihm sehr am Herzen gelegen, das Wirken in die Gemeinschaft hinein ist ihm wichtig gewesen." Den Preis habe er in Erinnerung an seinen Vater ins Leben gerufen, er ist mit 2000 Euro dotiert. "Eine saugute Idee" lobte Burda am 1949/50 gegründeten Familiensitz in der Offenburger Schanzstraße ("Fondation Aenne und Franz Burda") die Entscheidung der Jury, Marco-Sharif Khan auszuzeichnen. Er wolle, zeigte sich der Verleger begeistert, seine Tochter Elisabeth, die einen Master in Kompositionslehre gemacht habe und derzeit in Kalifornien lebe, mit dem Preisträger bekannt machen. "Un dann mache mir e Jam zämme", erwiderte der spontan in bestem Alemannisch. Jam ist bekanntlich eine Musikparty. Damit war auch schon der Kern seiner ehrenamtlichen Tätigkeit formuliert: Seit 1996 betreiben er und sein Team vorwiegend musikalische Jugendsozialarbeit.

 

Um die Sache auf profundere Beine zu stellen, wurde 2013 das Jugend-Musik-Werk Baden als gemeinnütziger Verein gegründet. Ziel ist es, junge Menschen unterschiedlicher Kulturkreise zusammenzuführen und für gemeinsame Musik zu begeistern. Dafür bietet der Verein Proberaum, Band-Coaching, Unterstützung bei Kompositionen und Arrangements sowie Probeaufnahmen in einem professionellen Studio – kommen darf jeder, egal aus welcher Schicht er ist, aus welchem Kulturkreis, ob er behindert oder nicht behindert ist. Und Geldmangel sollte auch nie ein Grund sein, "die Welt des Musikmachens zu versperren".

Marco-Sharif Khan selbst hat eine deutsche Mutter und einen Vater persischer Herkunft, den er allerdings nie kennengelernt habe: "Und den zweiten Vornamen bekam ich wegen Omar Sharif, den beide toll fanden." So genannt habe die Mutter ihn aber nur, "wenn sie sauer war". Er besuchte die Schule in Friesenheim, machte eine Ausbildung zum Kaufmann und ist bei der Firma Dreyspring (Verpackungsdruck) in Lahr tätig. Früh habe er seine ersten Instrument gelernt, Klavier und Kirchenorgel. Weitere Instrumente einer richtigen Band habe er sich selbst angeeignet. Der Verein habe inzwischen rund 100 Mitglieder, rund 25 Projekte laufen. Fast jeden Tag engagiere er sich für den Verein – nach der Arbeit. Vorgeschlagen wurde er von seiner Kollegin Franciska Schmitt, bei er er sich für die Ehre mit einer nagelneuen College-Jacke bedankte.

Höchstes Lob zollten dem 36-Jährigen neben Hubert Burda auch Offenburgs OB Edith Schreiner, Landrat Frank Scherer ("Mein Sohn macht da auch mit") und Heinz Spengler von der Hubert-Burda-Stiftung. Worüber sich Khan am meisten freut bei den Projekten? "Dass die jungen Leute so viel Mut, Zuversicht und Selbstbewusstsein tanken." Und dass die "größten Chaoten die Zuverlässigsten" werden können. Das freute auch ganz besonders Moderator Norbert W. Großklaus: "Ich sehe förmlich, wie die jungen Leute bei der Musik aufblühen." Ein Duo der Jugendmusikschule umrahmte die Feier.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/offenburg/senator-ehrenamtspreis-geht-an-marco-sharif-khan


Foto: Christoph Breithaupt
Foto: Christoph Breithaupt

Ein Ventil für die eigenen Gefühle

Badische Zeitung - 28.10.2016 - LAHR. Anderthalb Stunden lang nur mit Gitarre und Stimme, das ist eine Herausforderung, doch nach Auftritten unter anderem im Stadtpark bei "Kunst und Genuss" fühlt sich die Schülerin des Integrierten Beruflichen Gymnasiums gewappnet.

Erst vor zwei Jahren hat Julia Müller angefangen, eigene Lieder zu komponieren, zu texten und sich selbst das Gitarrenspiel beizubringen. Zuvor hatte sie im Musikverein Meißenheim und bei der Stadtkapelle Kehl Klarinette gespielt, aber der Wunsch danach, eigene Lieder zu schreiben und auch zu performen war stärker. Mittlerweile nimmt die junge Singer-Songwriterin Gitarrenunterricht und freut sich über die Unterstützung des Jugendmusikwerks Baden auf dem Zeitareal, wo sie ihre Songs vor wohlwollendem, aber auch kritischem Publikum immer zuerst präsentiert, bevor sie damit nach draußen geht.

"Draußen", das ist auch ihr eigener YouTube-Kanal "Lyrics&OtherStories", dessen Name schon signalisiert, dass Julia Müller die Texte ihrer Lieder besonders wichtig sind. "Ich schreibe fast nur auf Englisch, das fühlte sich besser an als Deutsch, weil ich damit eine gewisse Distanz zu den Songs halte", erklärt Julia Müller. Der ursprüngliche Impuls zum Liederschreiben war eine Zeit "in der es mir nicht so gut ging", die eigenen Songs waren ein Ventil für die Gefühle, "eine Art Tagebuch", erinnert sich die junge Frau, die während der Schulzeit in der Realschule Ichenheim in einer Schülerband gesungen hat.

 

"Die Band-Erfahrungen waren aber nicht so gut. Wir haben zwar einen Preis beim Battle of School-Bands gewonnen, die damit verbundene Studioaufnahme ist aber nie zustande gekommen, weil die Band da schon auseinandergegangen war." Diese Erfahrungen haben Julia zur Solistin gemacht, die aber die Anbindung an das Jugendmusikwerk und den dort herrschenden Ton von gegenseitigem Respekt und Unterstützung sehr zu schätzen weiß.

"Schön wäre es schon, eine Band hinter sich zu haben", gibt sie zu, hat aber mittlerweile auch gelernt, durch Moderationen mit dem Publikum in Kontakt zu treten. "Ich erzähle Alltagsgeschichten, in denen es um Dinge geht, die jeder schon einmal erlebt hat. Die Lieder klingen oft melancholisch, aber es ist immer auch die Botschaft drin, dass man die Hoffnung nicht verlieren soll".

Info: Julia Müller auf der Chrysanthemen-Bühne heute, Freitag, 15 bis 16.30 Uhr, oder auf YouTube-Kanal "Lyrics&OtherStories"
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/lahrer-schuelerin-praesentiert-sich-auf-der-chrysanthema

Foto: Christoph Breithaupt
Foto: Christoph Breithaupt

Völkerverständigung auf dem Boden der Kultur

Badische Zeitung - 28.10.2016 NEURIED-ICHENHEIM. Der Duft leckeren Essens liegt in der Luft, an den Tischen im Löwensaal sitzen Menschen zusammen: Deutsche, Afrikaner, Syrer und Indonesier – wie kleine Familien. Auf der Bühne ist der elsässische Sänger Jacques Papazzian gerade beim Soundcheck. Was als weltmusikalischer Konzertabend unter dem Motto "Musik verbindet" angekündigt war, wirkt auf den ersten Blick wie ein buntes Familienfest.

Und das ist Absicht. Denn überall im Ortenaukreis gibt es inzwischen Flüchtlingsunterkünfte und in fast jeder Gemeinde haben sich auch einige Bürger entschieden, Flüchtlinge in unsere Gesellschaft zu begleiten. Die Aufgaben der Ehrenamtlichen dabei sind vielfältig. Nach außen hin orientiert sind Sprachkurse, Begleitung bei Behördengängen oder aber Rat und Tat bei Bewerbungen. Nach innen hin – und damit ist das konkrete Zusammenleben in den Übergangsheimen gemeint – finden sich die Ehrenamtlichen oft unversehens in der Rolle der Vermittler zwischen den unterschiedlichen Kulturen der Flüchtlinge.

Wie bekommt man das hin? Mit einem Musikprojekt, dachten sich die Macher um Katharina Lindner, Bezirksbeauftragte für Flucht und Migration bei der evangelischen Diakonie und Herbie Wickertsheim vom Freundeskreis Flüchtlinge Lahr, ehemaliger Lehrer an der Förderschule Ried, der seit Jahren Deutschunterricht für Migranten und zurzeit auch für Flüchtlinge gibt.

 

Ein Trommelworkshop im Lahrer Flüchtlingsheim unter der Leitung des Schlagzeugers Ulf Winter in der Rainer-Haungs-Straße war deshalb auch einer der Ausgangspunkte, der in dieses fulminante Konzertfestival mündete, das am Mittwochabend im Ichenheimer Löwen zu hören und zu erleben war. "Musik verbindet" war das Motto – treffender kann auch eine Beschreibung dieses Abends nicht betitelt werden.

Aus dem Trommelworkshop und der Initiative Herbie Wickertsheims ist in Lahr inzwischen die Band "The Worlderers" erwachsen. Gemeinsam probten die jungen Afrikaner regelmäßig im Studio des Jugend-Musikwerk-Badens auf dem Lahrer Zeitareal. Auf der Bühne in Ichenheim klingt das nun zusammen und kann sich hören lassen. Spaß an der Musik zeigt dabei auch Yaya Singhateh, Sänger und nunmehr auch Gitarrist aus Gambia.

Hörenswert ist auch Ramis Liebe zur klassischen europäischen Musik. Der junge Syrer hatte einst ein Jahr bei einer russischen Geigenlehrerin in Syrien Unterricht genommen. Inzwischen nimmt er wieder Unterricht an der Musikschule in Lahr und lebt bei Winfried Oelbe, Musiklehrer am Schiller-Gymnasium in Offenburg, der ihn an diesem Abend am Klavier begleitet. Später dann treten auch "The Mammies" auf, drei Nigerianerinnen, die "O happy Day" intonieren, während ihre Kinder mit größter Selbstverständlichkeit auf der Bühne herumspringen.

Über alle scheinbaren Kulturgrenzen hinweg


Zu den Höhepunkten des Konzerts zählt sicher der Auftritt des gambischen Musikers Spraga mit seiner Kora. Das Instrument klingt entfernt wie eine Harfe und begeistert die Zuhörer. Das kann man auch von der multiafrikanischen Band Tiliba sagen. Ihre Bandleaderin, Annette Lorenz-Kalomba, Musikpädagogin und Berufsmusikerin aus Renchen, gibt selbst Trommelkurse und hat zehn Jahre in Afrika gelebt. Zu ihren Mitmusikern gehören an diesem Abend nicht nur Mitglieder ihrer Band, auch Kora-Spieler Spraga gesellt sich dazu.

 

Spätestens jetzt ist der Platz vor der Bühne von Tänzern in Beschlag genommen. Ein syrischer Mann tanzt sogar mit seiner Frau – in seinem Heimatland fast undenkbar. Und die sogenannte Magie der Trommeln macht sichtbar, wie Musik ursprünglich wirkt: als Mittel der Verständigung, nonverbal, über alle scheinbaren Kulturgrenzen hinweg.

 

Quelle: https://www.badische-zeitung.de/neuried/voelkerverstaendigung-auf-dem-boden-der-kultur--129150854.html


Foto: Stephan Tissot
Foto: Stephan Tissot

Vereinsgemeinschaft bietet zum 20. Mal Straßenfest

Lahrer Anzeiger - 05.09.2016 - Die neue Bühne bot den Bands des Jugend-Musik-Werks am Sonntag eine Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Trotz des durchwachsenen Wetters war das 20. Dorf- und Straßenfest der Sulzer Vereine am Wochenende ein voller Erfolg. 

Der Schützenverein eröffnete das Fest am Samstag nach dem Glockenläuten um 18 Uhr traditionell mit Böllern, abgefeuert aus einer historischen Kanone. Dass es in diesem Jahr zum runden Geburtstag mehr als die drei obligatorischen Böller waren, erklärte Ortsvorsteher Rolf Mauch schlagfertig so: »Der Schützenverein hat in diesem Jahr mehr Pulver aufgelegt.« 

Mauch freute sich auch, dass das diesjährige Fest trotz komplizierter Auflagen und Vorschriften »viele und vor allem engagierte Helfer der beteiligten Vereine« gefunden habe. Daher war er sich mit Doris Kronawitter, Vorsitzende der Sulzer Vereinsgemeinschaft, auch sicher, dass das Fest mit seinem bunten Programm viele Besucher anlocken würde. Mauch erinnerte an die erste Idee im Jahr 1979, als die Vereinsgemeinschaft ein solches Fest auf die Beine stellen sollte. Das wurde bald Wirklichkeit, heute finde das Fest alle zwei Jahre statt, was die 20. Auflage 39 Jahre nach der Idee erklärt.
 
Prominenter Besuch
»Sie alle tragen mit ihrem Besuch dazu bei, ihre Verbundenheit mit dem Fest zum Ausdruck zu bringen.« Der Dank war auch an die vielen Gäste gerichtet, die zum Auftakt zur Bühne gekommen waren. Neben Vertretern des Gemeinderates, des Ortschaftsrates oder Ortsvorstehern waren die Vorstände der Sulzer Vereinsgemeinschaft zum Fassanstich erschienen. 

Da der Lahrer Ortsteil zur Winzergenossenschaft Kippenheim Mahlberg und Sulz gehört, kredenzte Hanna Schneiderchen, amtierende Weinkönigin aus Kippenheim, neben dem obligatorischen Freibier einen Rosé Jahrgang 2014 der Kippenheimer Haselstaude. Der Musikverein Sulz nutzte die neue Bühne zur Begrüßung zuerst. Die Tanzgruppe »Cheerleaders« des TV Sulz hatte danach ihren großen Auftritt. Am Samstagabend nutzte die Band »Trans-Act« die Bühne. Da war die Flaniermeile zwischen den Zelten und Buden vieler Vereine des Dorfes gut belebt. Der laue Sommerabend lud die Gäste ein, zu plauschen und das reichhaltige gastronomische Angebot zu nutzen. 

Feine Coversongs
Am Sonntag eröffnete schließlich die Trachtenkapelle aus Unterharmersbach mit einem Frühschoppenkonzert das Dorffest im Zelt des Sulzer MV. Am Mittag spielten verschiedene Bands des Jugend-Musik-Werks auf dem Zeitareal in Lahr auf der Bühne.
 
Neben den Bands und den Buden gab es in der dörflichen Straßenmeile auch einen Stand beim Ortsverein des DRK, an dem sich Kinder schminken lassen konnten. Und dort konnte der, der wollte, zudem einen kurzen Gesundheitscheck vornehmen.
Zu abendlicher Stunde klang das Fest mit Axel Deyda aus. Der Gitarrist aus Villingen zündete ein musikalisches Feuerwerk mit Rock-, Pop- und Country-Songs von bekannten Interpreten.

 

Quelle: http://www.bo.de/lokales/lahr/sulzer-vereinsgemeinschaft-bietet-zum-20-mal-strassenfest


Künstlerische Integration

Badische Zeitung - 10.08.2016 - Land fördert 36 Projekte.

 

Der Innovationsfonds des Landes Baden-Württemberg fördert ab Herbst 36 Projekte, die sich der Begegnung mit Migranten und Flüchtlingen widmen. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst stellt für interkulturelle Projekte und für die Kulturarbeit mit geflüchteten Menschen insgesamt knapp 620 000 Euro zur Verfügung. Den beiden unabhängigen Jurys lagen 93 Anträge aus allen Kunst- und Kultursparten vor. Südbaden kam bei den bewilligten Anträgen sehr gut weg.

In der Förderlinie Integration und Partizipation von Flüchtlingen wird der Südufer-Chor um die Sängerin Sonja Kreiner und den Komponisten Jan F. Kurth mit 13 000 Euro gefördert. Die vom Literaturbüro betriebene Internationale Kunst- und Schreibwerkstatt "Mapping Freiburg", bei der alternative Stadtkarten entwickelt werden sollen, und das Theater Zerberus mit seinem Projekt "Seltsam oder zum Staunen", eine Zusammenarbeit mit der Gertrud Luckner-Gewerbeschule, bekommen jeweils 10 000 Euro. Ebenfalls gefördert wird der Freundeskreis Asyl aus Denzlingen für sein Smartphone-Projekt "Power of Hands" und das Jugend-Musik-Werk Baden in Lahr für "Mein Land – Dein Land – Unsere Lieder".

 

Bei den interkulturellen Projekten werden ein interkulturelles Philosophie-Festival in Freiburg, ein interkulturelles Musikprojekt des Vereins Südwind und – mit der Höchstsumme von 50 000 Euro – ein interdisziplinäres Stadtteilprojekt des Freiburger Theaters anlässlich der Gründung des neuen Stadtviertels Dietenbach bezuschusst.

Der Innovationsfonds Kunst hat einen festen Platz im Förderspektrum des Landes gefunden und erfreut sich breiter Resonanz. In den bislang neun Ausschreibungsrunden der Jahre 2012 bis 2016 wurden insgesamt 379 Projekte mit rund 10,2 Millionen Euro bewilligt. Adressaten sind Kunsteinrichtungen und Kulturschaffende. Die Projekte müssen befristet sein und dürfen in der Regel nicht bereits anderweitig durch das Land gefördert werden. Außerdem muss die Finanzierung einen gesicherten Anteil an Eigen- und Drittmitteln von mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten aufweisen.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/theater-2/kuenstlerische-integration--125910862.html


Foto: Stephan Tissot
Foto: Stephan Tissot

»Kunst &Genuss« lockt etliche Besucher in den Stadtpark

Lahrer Anzeiger - 08.08.2016 - Der Musik lauschen, flanieren und leckeres Essen genießen: »Kunst und Genuss« am Wochenende lockte zahlreiche Besucher in den weitläufigen Lahrer Stadtpark. Es war zwar voll, aber Gedränge sieht ganz anders aus. 

 

Vor allem am Samstag strömten etliche Gäste zur zweiten Auflage von »Kunst und Genuss« in den Stadtpark. Gegen 19 Uhr waren die meisten Tische rund um die große Bühne bereits besetzt. An den vielen Ständen, die für den »Genuss« – Essen und Trinken – sorgten, ging es lebhaft zu. Aber wer gekommen war, der hatte Zeit mitgebracht. 

 

Das Wetter war ideal: Es war warm, aber nicht zu heiß oder gar schwül. Auf der großen Bühne machte »Resolved« den Auftakt. Alle Musikgruppen hatte das Jugend-Musik-Werk Baden organisiert. Neben der Band traten die Solistinnen Julia Müller, Lara Brunow und Philipp Kovacs, das Duo Jasmin und Leyla Memis sowie die Bands »RAD« und »Chapter Zero« auf. Eine Band war so neu, dass sie bisher noch keinen Namen gefunden hatte. Applaus – und das mit Recht – bekamen alle. Zwei Tanzformationen ergänzten die Auftritte. 

Gut war auch die Idee, an der Orangerie eine zweite Bühne aufzubauen. Dort waren neben einigen Essensangeboten auch einer der Schwerpunkt in Sachen »Kunst« zu sehen. Drei der sechs Künstler präsentierten in der Orangerie, dem Rosengarten und in der Weinstube ihre Bilder. Andere Kunstwerke waren im gesamten Teil des Parks verteilt. 

 

Viel zu entdecken

 

Flaneure waren bis nach Mitternacht im gesamten Park zu finden. In und an der Weinstube gab es dazu Platz für Bücherfans. Ein Bücherstand bot Lesestoff an. Am chinesischen Pavillon zeigten Künstlerinnen mit zwei Modellen Kunst am lebenden Objekt. Auf viel Haut präsentierten Bodypainting-Models Blumen, Blüten, Blätter und ein Stillleben mit Kaffeebohnen. Neben den vielen Ständen, die eine interessante Vielfalt zum Essen und Trinken anboten, gab es rund um den Platz viele Stände mit unterschiedlichem Kunsthandwerk. Kunst aus Luftballons war neben anderen Mitmachaktionen etwas für die jüngeren Besucher. 

 

Armin Haag von Business und Future, der »Kunst und Genuss« organisierte, war am Samstag gegen 22 Uhr selbst vom Besuch überwältigt. Der Freitag sei eher durchwachsen gewesen. Zwar habe das Wetter am Abend mitgespielt, aber der Regenschauer gegen 17 Uhr habe wohl doch einige davon abgehalten, in den Park zu gehen. Dafür war der Ansturm am Samstag zu einer lauschigen Sommernacht umso größer. Als er das gesagt hatte, klang von der großen Bühne passend: »We will Rock you« von »Queen«. 


Foto: Baublies
Foto: Baublies

"Musik ist international"

Lahrer Zeitung - 11.04.2016 - Sie kommen aus Ghana, Gambia, Syrien und dem Irak. Fünf Flüchtlinge treffen sich immer samstags im Keller der ehemaligen Roth-Händle-Kantine, um gemeinsam zu proben. Im Sommer wollen sie als Band auftreten.

 

Eine große elektrische Orgel mit zwei Manualen steht unübersehbar am Eingang. Im Raum befinden sich dazu ein Dutzend Gitarren, Verstärker, Mikrofone und um die Ecke ein Schlagzeug. Bei den vielen Anschlüssen und dem Gewirr ist das Wort Kabelsalat nicht verkehrt. Herbie Wickertsheimer, der mit dem roten Pullover einen Farbakzent setzt, wuselt zwischen den fünf jungen Männern hin und her. Er hat die Idee gehabt, den Flüchtlingen die Räume des Jugend-Musik-Werks anzubieten.

 

Die Syrer Yazan und Mohammat, Salar aus dem Irak sowie der Ghanaer Young haben bisher nur wenig Erfahrung mit ihren Instrumenten. Yaya aus Gambia hatte dagegen in seiner Heimat Musik gemacht. Er ist der Profi im Quintett. Und dann erscheint Paul mit etwas Verspätung. Er tauscht den Platz an den Drums mit Yazan, der doch lieber Bass lernen möchte. Paul hat seine deutsche Partnerin in Afrika kennengelernt und ist ihr nach Reichenbach gefolgt. Sein Deutsch ist nach fünf Jahren am Rande des Schwarzwalds gut. Die anderen verständigen sich auf Englisch – und mittels Noten. Es ist die dritte gemeinsame Probe.

 

 

Wickertsheimer, pensionierter Lehrer, ist über sein ehrenamtliches Engagement, den Deutschunterricht für Flüchtlinge, auf die Idee gekommen, dass man doch gemeinsam musizieren könnte. Da er mit seiner Frau als Duo "Hot & Sweet" regelmäßig auftritt, war der Gedanke an Musik nicht so weit entfernt. Er stellte dann den Kontakt zum Jugend-Musik-Werk her. Marco Sharif-Khan, der Vorsitzende des Trägervereins, fand die Idee gut. Seither gibt es das Projekt. Sicher ist auch, dass das erste Ziel ein gemeinsamer Auftritt ist. Wann genau oder wo, steht allerdings noch nicht fest. Es soll aber sicher noch im Sommer sein.

 

 

Da alle Mitglieder der Band, die noch keinen Namen hat, immer schon ein wenig Musik gemacht haben, klingt alles schon recht passabel. Und klar ist schnell, dass sie der Wunsch, irgendwann gemeinsam aufzutreten, zusammenschweißt. Yaya ist mit seiner Stimme der Punkt, um den sich die anderen Musiker derzeit drehen. Seine Stimme ist kräftig, klar und man hört deutlich, dass er Übung hat. Das erste Stück, welches das Ensemble derzeit probt, ist unverkennbar Reggae, Yayas Metier. Er singt in dem Lied von einem Weg, der zu jemandem führen soll. Im Proberaum ist der Weg indes noch etwas steinig.

 

 

Wickertsheimer greift hier und da ein. Er erklärt Yazan, wo das "A" auf dem Bass zu finden ist. Sharif-Khan steht neben Salar an den Keyboards. Er greift in die Tasten und zeigt, wie er die Anschläge machen würde. Bekanntlich ist aller Anfang schwer. Dafür üben sie mit Geduld und der notwendigen Ausdauer immer wieder die eine Strophe.

 

"Musik geht in und durch den Körper, Musik ist eine universelle und leicht zu kommunizierende Sprache und bringt Menschen allerorts näher zusammen. Denn Musik verbindet Menschen." Das steht auf der Webseite des Jugend-Musik-Werks. Angesprochen werden sollen damit Jugendliche, denen die Proben eine Perspektive bieten sollen. Es ist denkbar einfach, diese Gedanken auch auf die etwas älteren Flüchtlinge zu übertragen.

 

Quelle: http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.lahr-musik-ist-international.b2f7bb64-a061-4b11-873e-b12441a433c3.html


Foto: Christoph Breithaupt
Foto: Christoph Breithaupt

"In jedem steckt ein Talent"

Badische Zeitung - 09.03.2016 - LAHR. Wer Marco-Sharif Khan sucht, muss nur der Musik folgen. Sie führt in einen Keller auf dem Gelände des ZeitAreals, den der Mann mit dem besonderen Namen zusammen mit drei Freunden zu einem beeindruckenden Musikstudio umgebaut hat. Keyboards, Mikros, Akustik- und E-Gitarren – davon gibt es in den geschmackvoll gestalteten Räumen so viele, dass man kaum glauben mag, dass sie alle aus Khans Privatbesitz stammen.

Das Studio ist der Proberaum des Jugendmusikwerks Baden, dessen Gründer und Vorsitzender Khan ist. Ziel des Vereins ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, Musik zu machen und in einer Band zu spielen. "Ganz egal, ob sie ein Instrument beherrschen oder nicht", sagt Khan. "In jedem steckt ein Talent und wir kitzeln es heraus", ist er überzeugt.

Die Band, deren Musik aus dem Studio schallt, besteht aus vier Jugendlichen. Khan spielt auf der E-Gitarre mit. Er pfeift, tippt mit dem Fuß im Takt, stoppt zwischendurch, um mit dem Plektrum im Mundwinkel die Einstellungen des Keyboards zu verbessern. Ein Vollblutmusiker in einem Studio voller Herzblut, wie er selbst sagt.

 

Doch der 35-jährige Lahrer ist nicht nur Musiker. "Ich bin ein Industriemensch", beschreibt er sich. Als Prokurist der Druckerei Dreyspring ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann mit einer 50- Stunden-Woche. Im Job und als Chef bezeichnet er sich als "hart, aber fair". Seine Arbeit führt ihn an viele Orte, nach Berlin und Hamburg beispielsweise, und bringt ihn mit vielen Menschen zusammen.

Khans Kindheit hätte nicht unbedingt eine solche Karriere vermuten lassen. Khan kann sich nur an eine einzige Begegnung mit seinem "Erzeuger", wie er ihn nennt, erinnern. Von ihm hat Khan den persischen Teil seines Namens – sein Vater kommt ursprünglich aus Pakistan. Seine Mutter arbeitete Schicht in einer Fabrik und hatte nicht viel Zeit. Khan erzählt das alles ganz sachlich. Er ist kein Mensch, der sich beschwert oder benachteiligt fühlt – im Gegenteil, das scheint ihm noch nie in den Sinn gekommen zu sein. "Jeder ist seines Glückes Schmied", sagt er. Bis zur siebten Klasse hatte Khan schlechte Noten. "Und plötzlich hat es Klick gemacht. Ich habe verstanden, dass Schule und Bildung sehr wichtig sind", erinnert er sich.

Das will er auch den jungen Menschen beim Jugendmusikwerk vermitteln: "Wir hatten schon Proben, da gab es gar keine Musik, da haben wir nur Mathe gelernt, weil am nächsten Tag eine Arbeit anstand." Obwohl es eigentlich um ihn geht, schweift Khan oft ab, erzählt von den Jugendlichen, die er auf ihrem Lebensweg begleitet. Sie sind Teil seines Lebens. Da ist der junge Mann, der durch das Jugendmusikwerk seinen Berufstraum gefunden hat. Dank eines Ziels vor Augen verbesserten sich seine schulischen Leistungen um drei Noten und nun macht er die angestrebte Ausbildung zum Veranstaltungstechniker. "Ich bin ein ehrenamtlicher Sozialarbeiter", sagt Khan.

An den Wänden in einem der drei Studioräume hängen vor allem Bilder der Bands des Jugendmusikwerks, zu jedem hat Khan etwas zu erzählen. "Wir sind hier eine Familie", sagt er. Diese Idylle musste Khan sich langsam wieder aufbauen – vor ein paar Jahren war sie beinahe zerstört. Damals leitete Khan die Friesenheimer Schulband. Bei einem Wasserschaden wurde der gesamte Proberaum zerstört. Sein erstes Instrument, eine Heimorgel, Eigenkompositionen, Erinnerungen, jahrelange Arbeit – alles war zerstört.

 

"Da kam ich an meine Grenzen, ich war kraftlos", erinnert er sich. Die Schulband-Mitglieder baten ihn darum, weiterzumachen. Also beschloss er: "Ich suche neue Räume." Und so kam es, dass er das Jugendmusikwerk auf die Beine stellte.

"Ich habe die aktive Zeit auf der Bühne gegen die Arbeit im Hintergrund eingetauscht. Ich unterstütze jetzt die jungen Bands", sagt er. Im Laufe des Gesprächs erwähnt er jedoch nebenbei, dass er gemeinsam mit der Band "Remoods" aus Offenburg nach Los Angeles zum "World’s Best Song Contest" eingeladen wurde.

Wie dieser Mann Musiker, Geschäftsmann und Sozialarbeiter in einem sein und gleichzeitig noch ein Privatleben führen kann? "Ich schlafe fünf bis sechs Stunden am Tag", erklärt der. Erschöpft sei er deswegen nicht. "Man muss sich zwischendurch eben entspannen. Das Gespräch, das wir gerade führen, ist doch auch Entspannung", findet er.

Genau genommen ist Khan auch ein Veranstalter, auch dieses Jahr hat er noch einiges vor. Dabei denkt er auch daran, wie er dabei etwas Gutes bewirken kann. "Ich plane einen Song mit Video zur Verkehrssicherheit und ein Konzert, bei dem man Blut spenden kann." Außerdem will eine Band mit Flüchtlingen gründen.

Fragt man ihn nach den Höhepunkten seines Lebens, fällt ihm nicht sofort etwas ein. Dann sagt er: "Jeder Tag ist ein Höhepunkt. Jeden Morgen mache ich das Fenster auf, freue mich über mein Leben und sage mir: Das wird mein Tag."

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/in-jedem-steckt-ein-talent


Foto: Heidi Fössl
Foto: Heidi Fössl

Badische Zeitung - 17.12.2015 - 1750 EURO hat das Jugendmusikwerk Baden dem Freundeskreis Flüchtlinge Lahr übergeben. Das Geld ist der Erlös aus dem Benefizkonzert mit den Bands We Taste Like Music, Pat West, Bail, Sick of the law und Confused , das der Verein am 5. Dezember veranstaltet hatte. Den Scheck nahm Luisa Bliss vom Freundeskreis von Julian Kiesele entgegen. Bei der Spendenübergabe waren auch Udo Behle vom Freundeskreis (Siebter von links) und Marco-Sharif Khan, Vorsitzender des Jugendmusikwerks (Zweiter von rechts), dabei.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/spende-vom-jugendmusikwerk


Foto: Heidi Fössel
Foto: Heidi Fössel

Rocken für den guten Zweck

Badische Zeitung - 08.12.2015 - LAHR. Der Verein Jugendmusikwerk Baden hat in der Kantine der ehemaligen Roth-Händle ein Benefizkonzert zu Gunsten des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr veranstaltet. Mit von der Partie waren die Bands We taste like music, Pat West, Bail, Sick of the law und Confused. Rund 350 Lahrer waren zum Konzert gekommen. "Der Erlös der Veranstaltung liegt zwischen 1300 und 1400 Euro", zog der Vorsitzende Marco-Sharif Khan Bilanz.

 

"Übersetzt heißt der Song: Die Sonne schämt sich ihres Lichts, weil sie so viel Scheiße am Tag sehen muss. Ich widme ihn Ursula von der Leyen", verkündete Sänger Klaus Biehler von der Band Bail. Die Menge klatschte. Darin waren sich alle einig: Krieg ist keine Lösung. Rock ist eben politisch und sozialkritisch. Zu dieser Zeit, 20.30 Uhr, hatten sich schon 180 Besucher im Babel eingefunden. Babel ist das Lahrer Standbein des Theaters Baal novo auf dem Zeitareal.

Wie viele der Gäste vor dem Krieg geflohen waren, war schwer zu sagen. Die Einlasskontrolle sprach von 55 Flüchtlingen, vor der Musik hingegen floh keiner. Es ging familiär zu zwischen jungen Zuwanderern und dem überwiegend jungen Publikum. Bis 22 Uhr gab es sogar eine Ü-80-Reihe auf der obersten Ebene der Zuschauertribüne. Alle fühlten sich zu Hause.

 

Das Babel, die ehemalige Roth-Händle-Mensa, hat ihren eigenen Charme. Der eignet sich besonders gut für solch eine Begegnung auf Augenhöhe. Was in Großstädten die Studentenszene ist, muss man in Lahr Schülerszene nennen. Die gibt es nicht in jeder Hinsicht, aber im Bereich Rock lebt sie. Auch wenn die meisten Gäste jünger als die Flüchtlinge sind, eint sie eines: Hoffnung und Unbedarftheit. Vielleicht ist das der Grund, warum es sich an diesem Abend so gut fügte. Weder die Schüler, noch die Neuankömmlinge, sprechen fließend Englisch, stellte manch ein Besucher lachend fest. Beide Gruppen blicken auch gleich hoffnungsvoll in die Zukunft: Gemeinsame Probleme und Hoffnungen einen. Ebenso wie die gemeinsame Leidenschaft für Handys, die vor der Türe und hinter der Zuschauerbühne ausgelebt wurde. Und die Musik? Die war toll! Sie war zwar kein Mashup zwischen Orient und Okzident, aber dafür badischer Rock. Da im Babel Publikum und Band auf fast derselben Ebene stehen, heizte das die Stimmung richtig an. Ob im Mini-Moshpit während des Auftritts von Pat West oder beim Feuerzeugschwenken während des Auftritts von Bail, der Abend wirkte unkompliziert. Bei günstigen Würstchen und Bier an der Theke, verschleiert durch dicke Kunstnebelschwaden, wirkte das Konzert unwirklich stimmig.

Gut gemacht war auch die Musik. "We taste like music" stimmte den Abend mit Alternative an. Während Bail den Old-School-Rock vertrat und Sick of The Law härteren Alternative anspielte. Das Finale setzte Confused mit hartem Rock nach Art von Bad Religion. Dem Publikum gefiel es sehr, ein Revival wurde gefordert. Nicht nur orientalische Klänge begeistern das Ohr des Zuwanderers.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/rocken-fuer-den-guten-zweck-x4x?fb_action_ids=217988845199590&fb_action_types=og.recommends


Foto: Haberer
Foto: Haberer

Rocken für die Flüchtlingshilfe

Lahrer Zeitung - 08.12.2015 - Lahr. Fünf Bands haben am Samstagabend auf dem Zeit-Areal zugunsten der Lahrer Flüchtlingshilfe gerockt. Das Benefizkonzert des Jugend-Musik-Werks Baden lockte rund 300 Fans in die ehemalige Kantine des Zigarettenherstellers Roth-Händle.

Das ehemalige Kantinengebäude entpuppt sich immer als wandlungsfähiger Hort kultureller Aktivitäten. Das Theater "Baal novo" und die Tanzkompanie "Szene Zwei" haben hier bereits unter anderem Premieren gefeiert. Am Samstagabend erlebte der einstige Speisesaal nun seine Premiere als Musikklub. Fünf Bands der regionalen Musikszene rockten bis spät in die Nacht hinein, begeisterten ein überraschend junges Publikum mit harten Gitarrenriffs und knackigen Beats. Ganz nebenbei spülte das vom Jugend-Musik-Werk Baden organisierte Benefizkonzert fast 1500 Euro in die Kasse des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr.

Marco-Sharif Kahn und Manuel Renz vom Jugend-Musik-Werk Baden zeigten sich bereits am frühen Abend mehr als zufrieden mit der Resonanz. "Der vom Theater ›Baal novo‹ hergerichtete Saal hat auch für Konzerte das passende Ambiente, die Stimmung ist prächtig, die Besucherzahlen erfüllen bereits jetzt die Erwartungen", stellte Kahn während des Auftritts der ersten Band fest. Der Vorsitzende kann sich gut vorstellen, zukünftig einmal im Monat mit einem Rockkonzert an den Start zu gehen.

Für die Gruppe "We taste like Music" spielten derartige Überlegungen erst einmal keine Rolle. Das junge Quartett aus der südlichen Ortenau nutzte die Gelegenheit, den Fans vor der Bühne mit kraftvollen Rockriffs ordentlich einzuheizen. Die Truppe überraschte mit ausgefeilten Arrangements und vielen Tempowechseln, einer von progressiven Elementen durchzogenen Klangwand. Die Gruppe "Pat West" legte trotzdem noch einmal deutlich nach, servierte eine klar von Hardrock und Grunge geprägte Musik, die aber auch mit kraftvollem Satzgesang und vertrackten Gitarrenläufen überzeugte. Mit der Gruppe "Bail" um Frontmann Klaus Biehler bewegte sich das Pendel dann wieder hörbar in die andere Richtung. Satte Grooves und schwirrende Gitarren verorteten die Musik des Quintetts irgendwo im Spannungsfeld zwischen Wave, Punk und Noise. Herausstechend war hier die düstere, manchmal auch mit politischen Statements aufwartende Lyrik von Biehler. Die späten Abendstunden gehörten dann den Gruppen "Sick of the Law" und "Confused", die im mittlerweile prall gefüllten Saal mächtig abräumten.

 

Quelle: http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.lahr-rocken-fuer-die-fluechtlingshilfe.de73060b-7ca6-4471-b062-eaa8e32f081b.html


Foto: Heidi Fössel
Foto: Heidi Fössel

Jugendmusikwerk macht von sich reden (Der Act Now Award wurde in Deutschland erstmals verliehen, ein zweiter Platz ging nach Lahr)

Badische Zeitung - 13.11.2015 - LAHR. Roter Teppich, Prominente, Blitzlichtgewitter – das Jugendmusikwerk Baden, seit 2014 auf dem Zeitareal angesiedelt, war für den "Act Now Jugend Award 2015" nominiert und durfte deshalb zur Preisverleihung nach Berlin reisen. Zum Schluss hat es zwar nur zum zweiten Platz gereicht, doch die vier jungen Männer, die in ihrem Tonstudio derzeit 40 jungen Menschen nicht nur musikalisch auf die Sprünge helfen, freuen sich über die große und öffentlichkeitswirksame Anerkennung ihrer Arbeit.

Der Act Now Award wurde in Deutschland zum ersten Mal verliehen. Gestiftet wird er von der "Sauti Kuu Foundation", deren Vorsitzende Auma Obama ist, die Halbschwester des amerikanischen Präsidenten. Das Ziel der Stiftung: Benachteiligten Kindern und Jugendlichen Perspektiven für ein selbständiges Leben zu eröffnen – auch, aber eben nicht nur in so genannten Entwicklungsländern. Der Award belohnt ausschließlich Jugendliche und junge Erwachsene, die sich ehrenamtlich für die Ziele der Sauti Kuu Foundation engagieren. Eine regelrechte Bewerbung für den Preis konnte das Jugendmusikwerk nicht einreichen.

 

Genau wie die rund 1000 Mitbewerber wurden die jungen Leute um Marco-Sharif Khan von anderen nominiert. Ein Vorauswahlgremium recherchierte dann von sich aus, was die Nominierten machen. "Bei dieser Bewertung kam uns sicher zu Gute, dass wir die Nachwuchsbands hier nicht nur betreuen, sondern dass wir mit ihnen auch Videos zu ihren Songs produzieren und im Umgang mit den sozialen Medien schulen", erzählt Marco-Sharif Khan.

Von der Nominierung und Einladung bis zur Preisverleihung als Finalist war fast ein halbes Jahr vergangen. Nur eine Woche Zeit blieb den vier Jugendbetreuern Sebastian Lavoie, Daniel Bausch, Manuel Renz und Julian Kiesele dann, um Fragen für ein Präsentationsvideo zu beantworten, dass dann bei der Preisverleihung im Friedrichstadt-Palast in Berlin gezeigt wurde, genau so, wie man das von Oscar-Preisverleihungen kennt.

Mit dunklen Anzügen und weißen Hemden mit Jugendmusikwerk-Logo am Kragen hatten sich die jungen Männer schick gemacht zur Preisverleihung, von der sie neben der Urkunde für den zweiten Platz in der Kategorie "Innovation" viele Bilder mitgebracht haben, auf denen sie mit bekannten Gesichtern des Showbiz posieren. "Die Verleihung wurde sogar auf dem Times Square in New York übertragen, RTL und der rbb berichten, es war ein Riesen-Event", erzählt Sebastian Lavoie.

Gewürdigt wurde vor allem die Tatsache, dass das Jugendmusikwerk Jugendliche zu einem eigenen politischen und sozialen Engagement motiviert. Mit Aktionen wie "Gitarren statt Knarren" zum Thema Gewaltfreiheit, oder mit der Beteiligung an "Mach Dein Ding gegen Rechts" und "Aktion Arschloch" von der bekannten Pop-Band "Die Ärzte" haben die jungen Musiker des Jugendmusikwerks Baden sich klar positioniert.

Khan und seine Mitstreiter freuen sich darauf, dass Auma Obama für 2016 einen Besuch in Lahr angekündigt hat. Bis dahin soll das Studio im Keller der ehemaligen Kantine der Roth-Händle erweitert werden, denn schon nach nur zwei Jahren sind die Kapazitäten der bisherigen Räume an ihre Grenzen gestoßen. Am 5. Dezember, 18 Uhr, veranstaltet das Jugendmusikwerk übrigens auf dem Zeitareal ein Benefizkonzert für die Flüchtlingshilfe in Lahr. Eintritt 6 Euro, kein Vorverkauf.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/jugendmusikwerk-macht-von-sich-reden


Lahrer Anzeiger - 05.11.2015


Foto: Heidi Fössel
Foto: Heidi Fössel

Blumenschau mit Musik für junge Leute

Badische Zeitung - 05.11.2015 - LAHR. R.A.D. und Deniz Yasar haben auf Einladung des Jugendgemeinderats bei der Chrysanthema aufgespielt. Absicht war, auch ein jüngeres Publikum für die Blumenschau zu begeistern.

Deniz Yasar hat auf YouTube knapp 300 000 Klicks, R.A.D. kommt auf knapp 1000. Ob das ein Maß für Erfolg ist, darüber lässt sich streiten. Aber es ist ein gutes Maß für die Erwartungen, die ein Publikum an die Künstler stellt.

Als Yasar loslegte, brauchte es etwas, bis sich die Fläche vor der großen Bühne füllte. "In Lahr erwarte ich einfach viele Freunde und Verwandte", beschrieb der gebürtige Lahrer seine Erwartungen. Der 24-Jährige, der die Friedrichschule besucht hatte und seit 2012 in Stuttgart lebt, füllte mit all seinen "Followern", einem sonst virtuellen Publikum, den Marktplatz.

R.A.D. fand nach Yasar als Vorband ein üppiges Publikum aus jüngeren und älteren Zuhörern vor, um sich beweisen zu können. Zwar macht der Deutsch-Türke einen Mix aus Türkisch-R’n’B, Soul und Rap, R.A.D. hingegen Rock, aber auf der Chrysanthema muss das kein Hindernis sein. Dementsprechend dünnte das Publikum zwar etwas aus, aber es fanden sich auch Liebhaber für die trotz der Kälte respektabel aufspielende Schülerband. "Normalerweise sind die Finger schneller, aber ich hatte eine Trefferquote von fast 90 Prozent", kommentierte Leadgitarrist Tim Eichhorn lachend seine Leistung.

 

Dieser Auftritt wird für R.A.D. in naher Zukunft der letzte gewesen sein. "Wir werden uns jetzt in eine Kreativpause zurückziehen und wollen eigene Songs schreiben", so der Tenor der Band. Dass sie das Blumenfest mit ihrem Auftritt jünger gemacht haben, darin waren sich die Künstler aber nicht so einig: "Noch machen unsere Freunde und auch wir während der Chrysanthema einen großen Bogen um Lahr", beschrieb es Drummerin Luisa Ell.

Insgesamt müssten für dieses Ziel mehr Abendveranstaltungen, Workshops und mehr Kontinuität in das Jugendprogramm kommen. Darin waren sich alle Beteiligten einig, dann hätte die Chrysanthema auch einen Anreiz für die Jugend in der Region.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/blumenschau-mit-musik-fuer-junge-leute


Foto: Freundeskreis Flüchtlinge
Foto: Freundeskreis Flüchtlinge

Jamsession mit den Lahrer Flüchtlingen

Badische Zeitung - 02.10.2015 - LAHR (BZ). Eigentlich ist die Veranstaltung folgendermaßen gedacht gewesen: Mitglieder des Freundeskreises Flüchtlinge und die unmittelbaren Nachbarn statten den Bewohnern der Sporthalle des Integrierten Beruflichen Gymnasiums (IBG) einen Besuch ab. Bei Chips, Popcorn und Apfelsaftschorle kommen die Gäste mit den Asylbewerbern ins Gespräch, Musik lockert das Ganze ein bisschen auf. Doch dann geht der Abend in eine regelrechte Jamsession über, an der vor allem die jungen Männer aus Nigeria einen großen Anteil haben.

Den musikalischen Auftakt dieses Abends hatte das Jugend-Musik-Werk Baden mit Sitz auf dem Zeit-Areal übernommen. Kaum eine andere Formation wäre für diese Aufgabe prädestinierter gewesen. Denn der gemeinnützige Verein hat sich zum Ziel gesetzt, junge Musiker zu fördern und Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenzuführen und für die Musik zu begeistern.

Und genau das ist beim Treff in der Halle geschehen. Der Vorsitzende des Vereins, Marco-Sharif Khan, hatte sechs junge Musiker und Musikerinnen mitgebracht. Das Septett – Gitarren, Drums, E-Piano und Gesang – servierte dem Publikum Ohrwürmer aus den aktuellen Charts. Besonders die rhythmischen Stücke hatten zur Folge, dass es viele Nigerianer nicht mehr auf den Sitzbänken hielt.

 

Der kleine Vorraum der IBG-Halle hatte sich inzwischen gut mit Publikum gefüllt, darunter eine Abordnung von Schülern und Lehrern des Scheffelgymnasiums, an die eine Einladung des Freundeskreises Flüchtlinge ergangen war. Viele der rund 90 Zuhörer mussten vor der Tür auf dem Hof stehen, der kleine Vorraum bot nicht allen Platz.

Dass die jungen Musiker ihr Konzert nach der vereinbarten Stunde beendeten und Zugaberufe nicht fruchteten, bedeutete nun aber nicht das Ende der musikalischen Darbietungen. Jetzt übernahmen einige Nigerianer die Mikrofone und demonstrierten, wie in ihrer Heimat gerappt wird. Tosender Applaus. Dann forderten die Afrikaner die zurückhaltenden Pakistani heraus, die ebenfalls mit ihnen in der Halle leben. Die ließen sich nicht übermäßig lange bitten und präsentierten die pakistanische Nationalhymne.

Es war dann Christian, um ihn nur bei seinem Vornamen zu nennen, der andere Töne anschlug. Er sang ein geistliches Lied – mit einer Stimme, die einem Kirchenchor gut tun würde. Er war es auch, der anschließend in die Rolle des Entertainers schlüpfte, den Musikern mit kleinen Geschenken und Liedern dankte, um sich dann an das Publikum zu wenden: "Wir waren an so vielen Orten, aber keiner ist so wie Lahr und seine Menschen", sagte er. "Wir wissen das sehr zu schätzen." Den "Mamas und Papas", wie er die Flüchtlingshelfer bezeichnete, galt sein Dank. Großer Applaus der Asylbewerber – auch für Daniela Kenk vom Freundeskreis Flüchtlinge, die diese Begegnung organisiert hat.

Sie ist angesichts des Verlaufs der Veranstaltung verblüfft. "Dass der Abend in diesem tristen, kalten Foyer zu einer ausgelassenen, die Kulturen verbindenden Party werden würde, hätte ich nicht zu träumen gewagt", sagt sie. Weil genau dieser Fall eingetreten ist, gibt es gleich am kommenden Freitag, 17 Uhr, eine Fortsetzung des Hallentreffs.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/jamsession-mit-den-lahrer-fluechtlingen


Foto: Christoph  Breithaupt
Foto: Christoph Breithaupt

Ein Loblied aufs Schuttertal

Badische Zeitung - 17.10.2015 - SCHUTTERTAL. Alle Mitwirkende des Kinder- und Jugendferienprogramms haben sich noch einmal mit der Jugendbeauftragten Franziska Mäntele getroffen, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Eine besondere Rolle spielte dabei das Loblied aufs Schuttertal, "Dein Song".

 

Jetzt ist die Zeit, den Wintermantel aus dem Dachbodenschrank zu holen und den Vorrat an leckeren Tees zu überprüfen. Damit man sich vielleicht noch mal die besten Momente des Sommers in Erinnerung rufen kann. Fürs Schuttertal geht das besonders bequem, denn acht Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren hatten während des Jugendferienprogramms ein Lahrer Tonstudio in Beschlag genommen. Heraus kam ein musikalisches Loblied auf ihr heimatliches Schuttertal. Dieses hat die Runde gemacht auf Youtube. Selten hört man echten "Täler" Dialekt so authentisch zum chartbekannten Stück "Cassy O‘" von George Ezra davon singen, wie schön es im Tal ist.

"Am witzigsten fand ich Deine spontanen Tanzeinlagen", sagt Anna-Lena Griesbaum zu Mara Göppert. Die kichert. Beide spielen seit sechseinhalb beziehungsweise fünf Jahren Akustikgitarre in einer Freizeitmusikgruppe. Auch Milena Geiger ist an diesem Abend gekommen. "Ich spiele eigentlich Klavier", sagt sie.

 

Im Video reiht sie sich ein bei den Sängerinnen. Und Eva Schuhmacher ist damals einfach so mitgekommen. Schließlich stand sie mit den anderen Mädchen am Mikrofon. "Das ist schon seltsam, wenn man die eigene Stimme überlaut im Kopfhörer mithört", erinnert sie sich an die völlig neue Erfahrung im Tonstudio. Möglich gemacht und organisiert hat das die Jugendbeauftragte Franziska Mäntele.

Ein Aufruf im Ortsblatt und gleich hatten sich eine ganze Menge Jugendliche gemeldet. "Aber am Ende hatten manche gar keine Zeit", sagt sie. Acht Jugendliche haben Schuttertal am Ende ein modernes Loblied geschenkt. Ob Mäntele schon wieder Ideen hat für die nächsten Sommerferien? "Ich will das jetzt erst einmal nachwirken lassen", sagt sie. Schließlich sei Jugendarbeit etwas, wofür man viel Zeit mitbringen müsse. "Man muss sich das entwickeln lassen", meint sie.

Wer weiß – vielleicht gibt es ja nächstes Jahr eine ähnlich kreative Gruppe. Bunt und heiter wird das kommende Kinder- und Jugendferienprogramm für Schuttertal sicherlich wieder werden. Auch wenn man sich jetzt abends lieber an seinem heißen Tee festhalten mag.

Das Video kann man anhören unter http://mehr.bz/deinsong
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/schuttertal/ein-loblied-aufs-schuttertal

Foto: Anita Mertz
Foto: Anita Mertz

Stimmungsvoller Sommerabend im Stadtpark

Die Kombination aus Kunst, Kultur und Kulinarik, dazu das besondere Ambiente im Lahrer Stadtpark – damit hat die Messe »Kunst und Genuss« am Freitag und Samstag gepunktet.

Schon für sich allein darf der Lahrer Stadtpark als kleines Kunstwerk bezeichnet werden. In Begleitung von Kunst, Musik und Kulinarik bescherte er den Gästen zwei Sommerabende voller Genuss.

In eine Plattform für Kunstwerke und Künstler verwandelte sich der Park am Freitag und Samstag. Zahlreiche Werke regionaler Künstler wurden mit stimmungsvoller Beleuchtung in Szene gesetzt. Unzählige Skulpturen galt es an den Wegen und auf den Plätzen des Parks zu entdecken. Gemälde verschiedener Künstler verwandelten die Orangerie und das Weinstüble in kleine Galerien.

Ausdrucksstark sorgten die jungen Talente aus dem Jugend-Musik-Werk Baden für musikalische Unterhaltung. Ob im Musikpavillon oder in der Marktgasse, der Applaus der begeisterten Besucher war den Musikern immer sicher. Über die Zustimmung der Gäste auf der Piazza durfte sich die Crew von »The School OG« freuen. Beeindruckend stellten sie auf der Bühne des Musikpavillons ihr tänzerisches Können unter Beweis.

Leisere Töne waren bei der Lesenacht im Weinstüble angesagt. Mitglieder des Autorennetzwerks Ortenau/Elsass lasen im kleinen Rahmen Passagen aus ihren Literaturwerken vor. Danach bot sich die Gelegenheit, mit den Autoren ins Gespräch zu kommen.

Auch beim gemütlichen Bummel durch die kleine Marktgasse gab es viel zu entdecken. Duftende Tees, Honigspezialitäten, Keramik oder Schmuck luden zum Zwischenstopp an den Marktständen.
Neben Kunst und Kultur brauchte sich natürlich auch die Kulinarik an den zwei Veranstaltungstagen nicht verstecken. Waren es anfangs eisgekühlte Getränke, Cocktails und köstliches Eis, die sich als wahre Renner erwiesen, konnten zu späterer Stunde, als es etwas abkühlte, auch Mediterranes, Gegrilltes und Belegtes an den Ständen auf der Piazza bei den Besuchern punkten.

 

Quelle: http://www.bo.de/lokales/lahr/stimmungsvoller-sommerabend-im-stadtpark


Foto: Gemeinde Rust
Foto: Gemeinde Rust

Junge Musiker beeindrucken Jury und Publikum

Lahrer Zeitung - 29.07.2015 - Rust (red/sl). Sommer, Sonne, gute Stimmung – die Mischung hat gestimmt, als auf dem Ruster Sonnenplatz vier Schülerbands aus der Region zum Wettbewerb antraten. Dabei haben sie mehr als 600 Menschen ein abwechslungsreiches Abendprogramm geboten. Kai-Achim Klare eröffnete den Abend, der zugleich den Auftakt der Veranstaltungsreihe "Summer in Rust" bildete. Der Bürgermeister freute sich, dass man erneut jungen Talenten die Möglichkeit geben könne, ihr Können der Öffentlichkeit vorzustellen.

"We Taste Like Music", eine junge Alternative Rockband hat sich vor rund einem Jahr am städtischen Gymnasium Ettenheim formiert. Die fünf 17- bis 20-jährigen Musiker präsentierten Coversongs von den Red Hot Chilli Peppers bis zu Queens Of The Stone Age. Es sei ihnen wichtig, immer wieder etwas Neues auszuprobieren, sagten die Musiker, wofür auch ihr Bandname stehe. Die Band rockte in Rust die Bühne und wurde vom Publikum zur Zugabe aufgefordert.

Die Formation "Hier könnte Ihre Werbung stehen", eine junge Nachwuchsband der Musikschule Lahr, begeisterte mit aktuellen Chartbreakern. Die sechsköpfige Band – die Jungs sind zwölf bis 15 Jahre alt – probt seit zweieinhalb Jahren zusammen und hatte vor Rust schon etliche Auftritte, zum Beispiel im "Schlachthof" Lahr bei "Bands live on stage". Dass die Jungs professionellen Musikunterricht genießen, zeigte sich in der guten Intonation und ihrem Zusammenspiel.

Vor drei Jahren haben sich acht Jugendliche  im Alter von mittlerweile zwölf bis 17 Jahren zusammengetan, um gemeinsam Musik zu machen. Schnell war den Schülerinnen und Schülern des CSG Lahr, der Werkreal- und Realschule Friesenheim, Gewerbeschule Offenburg und der Erzieherschule Gengenbach klar, dass die Rockmusik ihr Genre ist. "R.A.D. relax another day" – so der Bandname – präsentierten sich in Rust mit toller Musik und einer gelungenen Bühnenshow. Auch wenn der Versuch, Gitarre auf der Abfalltonne zu spielen fehlschlug, überzeugte die Band mit klarem Sound und einer gelungenen Musikauswahl.

In Gengenbach und Umgebung kennt sie mittlerweile jedes Kind. Die Rede ist von "Temmsdayl", die als letzte Band in Rust auf die Bühne durfte. 2012 am Marta-Schanzenbach-Gymnasium gegründet, besteht die Band aus fünf Schülerinnen und zwei Schülern der sechsten bis zehnten Klassen. Neben Coversongs spielte die Gruppe auch eigene Kompositionen und zeichnete sich dabei durch den zweistimmigen Gesang der Frontsängerinnen aus. Das überzeugte auch das Publikum und die fünfköpfige Jury, die aus zwei Musikpädagogen der WRS Rust sowie drei musikalisch versierten Gemeindevertretern bestand.

Zu vorgerückter Stunde ehrte Klare die Sieger. Der erste Preis, dotiert mit 500 Euro, ging an "Temmsdayl". Den zweiten Platz erspielte sich "R.A.D.". Die beiden dritten Plätze gingen an die "We Taste Like Music" und an "Hier könnte Ihre Werbung stehen".Durch den Abend führte der Ruster Liedermacher Patrick Lehmann.

Der "Summer in Rust" wird mit zwei Veranstaltungen fortgesetzt: Am heutigen Mittwoch ab 17 Uhr steigt das "Alte Waage Fest" auf dem Platz bei der Alten Waage – Highlight ist eine "lebende Musikbox". Am Donnerstag, 6. August, ab 17 Uhr musiziert "Cowrock" mit "Big Dig and the Sidechicks" auf dem Sonnenplatz.

Quelle: http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.rust-junge-musiker-beeindrucken-jury-und-publikum.389eedc3-2310-4ad2-a46c-3aec06aff2ba.html


Foto: Olaf Michel
Foto: Olaf Michel

Die Band Temmsdayl & RAD überzeugten die Jury

Badische Zeitung - 29.07.2015 - RUST (omi). Der "Summer in Rust" ist am Donnerstag mit dem zweiten Ruster Schülerbandcontest eröffnet worden. Die Schulband Temmsdayl vom Marta-Schanzenbach-Gymnasium in Gengenbach hat sich dabei den Sieg und die damit verbundene Prämie von 400 Euro geholt.

Etwa 600 Musikbegeisterte haben die Auftritte der vier Schulbands "Hier könnte Ihre Werbung stehen" (Musikschule der Stadt Lahr), R.A.D. (Jugend-Musik-Werk Baden), "We taste like music" (Städtisches Gymnasium Ettenheim) und Temmsdayl (Marta-Schanzenbach-Gymnasium) verfolgt. Es waren Junge und Ältere, Einheimische und Gäste auf den Sonnenplatz in Rust gekommen und ließen sich von der Musik mitreißen. Auch Bürgermeister Kai-Achim Klare war begeistert. Seine Hände oder Füße schlugen ständig im Takt mit. Wie schon beim ersten Schülerbandcontest führte Patrick Lehmann durchs Programm und verkürzte die Wartezeit mit seinen Liedern.

Die Jury – bestehend aus den drei Gemeinderäten Benjamin Peter, Ewald Scherer und Günter Erny sowie den Musiklehrern Daniela Kindilide und Christian Moser – hatten keine leichte Aufgabe. Jede Schulband hatte eine halbe Stunde Zeit für ihren Auftritt und konnte dabei auch eigene Titel präsentieren. Gegen 22 Uhr war es endlich soweit, das Daumendrücken der mitgereisten Fans hatte ein Ende. Bürgermeister Kai-Achim Klare gab den Sieger bekannt – die zwölf bis 16 Jahre alten Mädchen und Jungen von Temmsdayl. Zweiter wurde R.A.D, den dritten Platz teilten sich "We taste like music" und "Hier könnte ihre Werbung stehen". Die nächste Veranstaltung des "Summer in Rust", das Alte-Waage-Fest, findet heute, Mittwoch, 17 Uhr, auf dem Platz der Alten Waage statt.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/rust/die-band-temmsdayl-aus-gengenbach-ueberzeugt-die-jury


Foto: jure
Foto: jure

Für "The Avenues" geht ein Traum in Erfüllung

Badische Zeitung - 28.07.2015 - OFFENBURG (jure). "Es gibt Bands, die sogar ihre eigenen Stücke performen – davor habe ich echt extremen Respekt", sagte Matthias Hecht, Mitglied der "Battle of the Schoolbands"-Jury. Sechs Werkreal- und Realschulbands aus Offenburg und Umgebung spielten am Montag jeweils drei Stücke auf der Reithallen-Bühne, eine trat außer Konkurrenz auf. Sieger wurde "The Avenues", eine Band aus Gengenbach.

Anfangs ist das Publikum noch etwas skeptisch, als "The Avenues" auf die Bühne kommen. Bei der ersten Band, "Eagles", hatten die Schüler jedes Lied mitsingen können, jetzt können sie nur zuhören. Hit-Radio-Ohr-Moderatorin Sarah Dieterle versucht sie trotzdem zu motivieren. Was dann kommt, ist unerwartet genial. Durch plötzliche Taktwechsel und perfekte Zweistimmigkeit sind die Songs interessant, die Animation des Publikums scheint dabei wie von selbst zu laufen. Unglaublich professionell stehen die Zwölf- bis 15-Jährigen auf der Bühne und spielen Musik, die im Radio durchaus positiv auffallen würde. Der erste Preis, die Aufnahme eines Songs im Tonstudio, könnte sich in diesem Fall besonders lohnen; gesponsert ist der von Uniqueopia.

 

Damit ist die Gruppe Sieger des siebten "Battle of the Schoolbands". Die Sparkasse Offenburg/Ortenau, der Rotary-Club, Musik Schlaile und das Jugendmusikwerk Baden machen den Event als Sponsoren möglich. "Ich wollte den Schulbands die Möglichkeit geben, auf einer großen Bühne mit guter Technik und professionellem Licht zu stehen", sagt Michael Gross, Lehrer an der Realschule Neuried. Zusammen mit seinem Kollegen Andreas Deges, Lehrer an der Erich-Kästner-Realschule Offenburg, ist er Hauptorganisator der Veranstaltung. In diesem Jahr sei es schwer gewesen, überhaupt sechs bereitwillige Gruppen aufzutreiben, kaum zu vergleichen mit den acht Bands der letzten Jahre. "Das Niveau ist meiner Meinung nach gestiegen, da trauen sich vielleicht manche nicht mehr mitzumachen", versucht Gross die geringere Teilnehmerzahl zu erklären. Auch das Modell der letzten Jahre – die Bands bewerteten sich zusammen mit ihren Band-Lehrern gegenseitig – wurde durch die Jury ersetzt. Gross erhofft dadurch mehr Objektivität und Fairness. "Aber irgendjemand beschwert sich immer", vermutet er. Dass nur Werkreal- und Realschulbands teilnehmen, sei Absicht. Sonst wäre der Wettbewerb durch die älteren Gymnasiasten verzerrt: "Vielleicht probieren wir es im nächsten Jahr aber auch ganz ohne Wettbewerb – einfach als Treffen."

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/offenburg/fuer-the-avenues-geht-ein-traum-in-erfuellung


Foto: Sandra Decoux-Kone
Foto: Sandra Decoux-Kone

Drei Bands, drei verschiedene Stile

Badische Zeitung - 29.05.2015 - ETTENHEIM-ALTDORF. Musik verbindet bekanntlich über Länder und Sprache hinweg, und auch das Alter spielt bei der Musik keine Rolle. Auch im Rockcafé Altdorf kamen Musiker im Alter von zwölf bis zum reifen Alter aus der Schweiz, England, der Türkei und Deutschland zusammen und sorgten beim ersten Musikertreffen unter dem Motto "Der Schwarzwald rockt" für eine gelungene Premiere. Monika Goehrkehat es sich aus Spaß an der Musik zur Aufgabe gemacht, Musiker aus der Region miteinander bekannt zu machen.

"Deshalb habe ich das Musiker-Treffen mit Markus Müller vom Rockcafé organisiert. Es wäre schön, wenn sich neue Kontakte ergeben und eine kleine unbekannte Band aus Lahr zum Beispiel auch in Karlsruhe spielen könnte und umgekehrt", meinte Monika Goehrke. Pro Jahr höre sie sich mindestens 50 regionale Bands an und bekommt von den Musikern immer wieder dasselbe zu hören, nämlich dass es schwierig sei, außerhalb ihrer Stadtgrenzen einen Gig zu bekommen. Falls sie doch mal das Glück haben, andernorts zu spielen, kommen wenige Besucher, da die Band ja nicht bekannt ist.

 

So kam es am Samstagabend zum Musiker-Treffen mit drei Bands, die unterschiedlicher nicht sein konnten. "Let me entertain you" das Stimmungslied von Robby Williams war der Auftakt zum Konzertabend der Band "Relax another day" (RAD), die vom Jugend-Musik-Werk Baden gecoacht wird. Die jungen Musiker im Alter von zwölf bis 18 Jahren wurden als die Stars von Morgen angekündigt und hielten, was sie versprachen: Cover Songs von AC/DC, Joan Jett oder den Cranberries; ein kraftvoller Hard Rock Sound ist Programm bei RAD. Die siebenköpfige Band besteht aus vier Mädchen (Gesang, Keyboard und Schlagzeug) und drei Jungs am Bass und Gitarre. Marco-Sharif Kahn hat den Verein Jugend-Musik- Werk Baden 2014 gegründet und ist mit Leib und Seele als Vorsitzender im Verein engagiert. "Wir möchten junge Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenführen und für die Musik begeistern", sagt er. Geldmangel dürfe kein Grund sein, den Kindern und Jugendlichen den Weg zur aktiven Musik zu versperren, meint Kahn. Auf dem ehemaligen Roth-Händle-Areal in Lahr stehe ein professioneller Proberaum zur Verfügung und auch die bereitgestellten Instrumente können autodidaktisch erlernt werden.

Wer es gerne laut mag, kam beim Geschwisterduo "Doesn’t Rhyme with King" voll auf seine Kosten. Inken (Gesang und Gitarre) und Henning Maerz (Gesang und Schlagzeug) bewiesen, dass es keine fünfköpfige Band braucht, um einen guten Sound zu liefern. Das Duo aus Villingen-Schwenningen präsentierte eigene Stücke in der Stilrichtung Grunge und Alternative Rock.

Funk und Rock ’ n’ Roll gab es zum Abschluss von "Entropy House". "Eigentlich sind wir keine Band, sondern fünf erfahrene, reife und befreundete Männer, die einfach ab und zu funken wollen", so der Kopf der Gruppe, Garry Slater, aus Altdorf. Er schreibt nicht nur die Titel der Songs, er überzeugt als Sänger und als leichtfüßiger Tänzer, der manches Mal an den Moonwalk von Jackson erinnerte.

Mister TT aus der Schweiz ist das Herz der Band an den Drums, Doc alias Hans-Jörg Breisacher liefert den Soul am Bass und Andy aus Konstanz und Stefan Maier den Sound der Gitarre. Auf die Frage was sie auf die Bühne treibt, sagt "Entropy House": "Die Leidenschaft und Liebe zur Musik". Der Erlös des Musikertreffens (der Hut ging rum) geht an das Jugend-Musik-Werk, um Workshops für Kinder und Jugendliche anbieten zu können.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/ettenheim/drei-bands-drei-verschiedene-stile--105476942.html


Foto: Wolfgang Künstle
Foto: Wolfgang Künstle

Das Miteinander ist wichtig

Badische Zeitung - 27.01.2015 - LAHR. Wie kommt es, dass eine Nachhilfeschule ein Benefizkonzert für das gemeinnützige Jugendmusikwerk Baden organisiert? Da muss schon einiges zusammenkommen, dass so ein Projekt umgesetzt werden kann – und dann auch noch auf einen beachtlichen Zuspruch trifft.

Die Geschichte, wie es zu dem Konzert am Samstagabend im Stiftsschaffneikeller kam, ist geprägt von Zufällen, wie sie in einer kleinen Stadt wie Lahr gar nicht so selten sind. Da sind zum einen die Betreiber der Schülerhilfe Lahr, Kerstin und Jens Schartel, deren Sohn in der Rockband Pat West den Bass spielt. Pat West und die befreundete Band Shardless proben bei den Schartels im Keller – nicht immer zur Freude der Nachbarn, aber Proberäume für junge Bands sind eben nicht leicht zu bekommen. Eben weil die beiden Bands wissen, wie schwer es gerade für ganz junge – und laute – Musiker ist, Probenräume zu finden, womöglich musikalisches und technisches Equipment und vielleicht sogar noch ein paar Tipps von erfahrenen Musikern, wollten sie die Initiative "Jugendmusikwerk Baden" unterstützen, die genau das bietet.

 

Unter Leitung von Marco-Sharif Khan wurde der gemeinnützige Verein im Mai 2014 gegründet, der jungen Bands Starthilfe gibt, indem er Probenräume im Zeit.Areal (ehemalige Roth Händle) zur Verfügung stellt und die Bands auch musikalisch und pädagogisch begleitet – alles ehrenamtlich. Mit "Relax another day", einer ehemaligen Schülerband aus Friesenheim, und "Rock Rebels", einer ehemaligen Schülerband aus Mahlberg, traten im Vorprogramm zwei Bands auf, die von diesem Angebot profitieren.

Zur musikalischen Förderung kommt beim Jugendmusikwerk allerdings noch eine Facette, die für Kerstin Schartel gerade in diesen Tagen besonders wichtig ist: Das Jugendmusikwerk bringt Jugendliche aus allen Schichten und mit verschiedenem kulturellem Hintergrund zusammen und legt großen Wert auf gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz. Und nicht zuletzt sind einige derer, die da am Samstagabend auf der Bühne abrockten auch ehemalige Schüler der Schülerhilfe.

Doch all das spielte beim Konzert selbst keine so große Rolle. Im Mittelpunkt stand die Musik, und schon die jüngsten unter den Musikern heizten dem Publikum ganz gut ein und bewiesen ein beachtliches Niveau. Ein wenig wie in alten Zeiten fühlte mancher Besucher sich im Stiftsschaffneikeller, in dem die Lahrer Rockwerkstatt ihre Anfänge genommen hatte. Nach den "Rock Rebels" und "Relax another day", deren Musiker zwischen zwölf und siebzehn Jahre alt sind, übernahmen Pat West und Shardless die Bühne. Dass sie die Eintrittsgelder aus dem Benefizkonzert der Nachwuchsarbeit mit jungen Bands spenden, fand Anerkennung unter den vielen Gästen.

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/das-miteinander-ist-wichtig-x2x


Foto: Baublies
Foto: Baublies

"Miteinander" ein Zeichen gesetzt

Lahrer Anzeiger - 17.12.2014 von Endrik Baublies

Lahr. Vier Bands haben am Samstagabend bei einem Benefizkonzert für das Jugend-Musik-Werk auf dem Zeitareal unter dem Motto "Miteinander" im Stiftsschaffnei­keller die Bühne gerockt. "Shardless", "Pat West", "R.A.B." und "Rebels of Rock" heizten den Besuchern dabei mit Rock und Metal ein.

Der Auftritt des Quartetts "Shard­less" war der Höhepunkt der knapp vierstündigen Show. Die zahlreichen Gäste, darunter auch viele Fans dieser For­mation, gingen richtig mit. Der Sound der Band, die sich vor vier Jahren neu formiert und einen ganz anderen Stil angenommen hatte, wechselte zwischen einer härteren Gangart und melodiösen Klängen. "Pat West" boten eine Mischung aus Hardrock, Punk und Goth-Rock mit teils sehr filigranen Riffs und Soli auf der Gitarre. Die Band existiert seit zwei Jahren.

Auftritt bei der Aktion war für die Bands Ehrensache

"R.A.B." und "Rebels of Rock" gehören zu den Bands, denen das Jugend-Musik-Werk im Keller der ehemaligen Kantine der Firma Roth-Händle einen Platz zur Entfaltung gegeben hat.

Allen gemeinsam war, dass sie die Gage zugunsten des Jugend-Musik-Werks spendeten. Auch der freiwillige Eintritt ging an die Initiative auf dem Zeitareal. Die Zu­sammenarbeit mit den Bands, der Jugend-Musik-Werkstatt und der Schartel-Schülerhilfe, die das "Mitein­ander" veranstalteten, kommt nicht von ungefähr. Drei der vier Musiker von "Pat West" hatten Unterricht bei der Schülerhilfe. Gerry Cole, der Sänger von "Shardless", unterrichtet dort. Da "R.A.B." und "Rebels of Rock" sich längst die ersten Sporen dank des Jugend-Musik-Werks verdient hatten, war ihr Auftritt keine Frage.

"Kinder und Jugendliche, die musizieren, gehen nicht aufeinander los." Das sagte Kerstin Schartel, die die pädagogische Arbeit der Schü­lerhilfe leitet, am Ende des Abends. Die Idee, das Konzert "Miteinander" zu veranstalten, entstand aufgrund der Anschläge in Paris auf die Zeitschrift "Charlie Hebdo" Alle Veranstalter waren mit dem Abend sichtlich zufrieden

Der Stiftsschaffnei­keller war an dem Abend sehr gut besucht. Dazu war das Publikum eine bunte Mischung. Es waren nicht nur die Gothic- oder Metalfans dabei, sondern auch Musikliebhaber andere Genres sowie ältere Gäste. Sie alle einte, dass sie bewusst ein Zeichen für Tolerenz setzen wollten.

 

Quelle: http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.lahr-miteinander-ein-zeichen-gesetzt.8516a893-bbe1-4568-be87-1e40c2a06a24.html


 Der Vorsitzende des Jugend-Musik-Werks Baden, Marco-Sharif Khan, mit (von links) Nico Fischer, Tim Loschwitz und Lucca Burg von der Band »Rebels of Rock«. Foto: Haberer
Der Vorsitzende des Jugend-Musik-Werks Baden, Marco-Sharif Khan, mit (von links) Nico Fischer, Tim Loschwitz und Lucca Burg von der Band »Rebels of Rock«. Foto: Haberer

Band aus Lahrer Raum im Musikwettbewerb-Finale in Winnenden

Mit ihrem Videoclip »Schau nicht weg« hat es eine junge Band aus dem Lahrer Raum bis ins Finale des Musikwettbewerbs »Gitarren statt Knarren« im schwäbischen Winnenden geschafft. Die fünfköpfige Band ist das jüngste Projekt des im Zeit-Areal beheimateten Jugend-Musik-Werks Baden.

Offiziell gibt es das Jugend-Musik-Werk Baden erst seit Mai. Das von Marco-Sharif Kahn initiierte Projekt der offenen Jugendarbeit ist aber bereits seit vielen Jahren am Start. Im Keller seiner ehemaligen Schule in Friesenheim hat der mittlerweile 33-Jährige schon vor Jahren einen Proberaum für die von ihm betreuten Nachwuchsbands eingerichtet. Musik ist für ihn nicht nur eine universelle Form des Ausdrucks, sie überwindet außerdem kulturelle und soziale Barrieren, stiftet eine gemeinsame Identifikation.

Kahn versteht sich dabei nicht als Konkurrent zur klassischen Musikschule. Er fördert und unterstützt autodidaktisch agierende Bandprojekte, stellt Instrumente und Tontechnik, steht den jungen Nachwuchsmusikern als Mentor zur Seite. Anfang des Jahres ist er mit seinem Equipment in den Keller unter der ehemaligen Roth-Händle-Kantine umgezogen. Auf rund 120 Quadratmetern ist dort ein professionell eingerichtetes Tonstudio entstanden, in dem mittlerweile ein halbes Dutzend Bands proben. Zu ihnen gehört auch die erst Mitte September gegründete Formation »Rebels of Rock«. Die 17-jährige Sängerin Layla Memis und ihre vier Bandkollegen, Schlagzeuger Tim Loschwitz (16), Bassist Nico Fischer (14), Gitarrist Jan Werling (15) und Tastenmann Lucca Burg (15), kommen aus Kippenheim und Mahlberg.

Bis vor ein paar Wochen hat keiner von ihnen daran gedacht, einen eigenen Song zu schreiben. Ende September stand dann Marco plötzlich mit der Idee in der Tür, beim Songcontest »Gitarren statt Knarren« mitzumachen. Fünf Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden, von dem Aktionsbündnis gegen Gewalt an Schulen aufgelegt, soll der Wettbewerb ein Zeichen setzen gegen rechtsradikale Tendenzen und Gewalt.

»Schau nicht weg«
Die »Rebels of Rock« haben sich zusammengesetzt, überlegt was Gewalt ist, wie sie entsteht, und wie sie verhindert werden kann. Layla hat schließlich den Text für den Song »Schau nicht weg« geschrieben. Marco und die Band haben dann den Soundtrack entworfen. Nach gut einer Woche stand der Song, mithilfe der Mitglieder der anderen Bands und des Vorstandes des Jugend-Musik-Werks wurde auf dem Zeit-Areal das Video gedreht.

Gezeigt wird wie Gewalt entsteht. In drei Spielsequenzen kommt das jeweilige Opfer immer ums Leben, in einer Wiederholung der Szene greifen die jungen Musiker ein, stellen sich beherzt an dessen Seite. Das noch kurz vor Toresschluss eingereichte Video hat es in der Juniorklasse bis 17 Jahre unter die besten vier geschafft. Die »Rebels of Rock« sind damit beim großen Finale des Wettbewerbs »Gitarren statt Knarren« heute, Mittwoch, in der Hermann-Schwab-Halle in Winnenden dabei.


Stadt Anzeiger - 17.12.2014


Musik als Therapie für Ju­gendliche

Foto: Baublies
Foto: Baublies

Lahrer Zeitung - 26.10.2014 von Endrik Baublies

Lahr. Die Tage der offenen Tür auf dem Zeit-Areal haben eine bunte und gelebte Vielfalt gezeigt. Die Küche des "Rührwerks", Vorstellun­gen von "Szene2wei" und drei Bands des "Jugend-Musik-Werks" zeigten den Gästen, was hinter der Idee des Zeitareals steckt.

Eines der drei Konzepte rund um die Kantine der ehemaligen Firma Roth-Händle im Industriehof ist das Jugend-Musik-Werk. Im Keller unter der Kantine hat Marco-Sharif Khan einen Probenraum eingerichtet. Dort können Jugendliche Musik autodi­daktisch lernen und sich damit aus­einandersetzen. "So wie Sportverei­ne einen Beitrag zur Integration leis­ten, machen wir das mit Musik", bringt Khan die Idee auf den Punkt, die hinter dem Verein Jugend-Musik-Werk steckt.

Umgekehrt kann der Probenkeller bei der Prävention be­hilflich sein, bevor Jugendliche end­gültig abrutschen. Den Teilnehmern wird zu­erst im Keller und dann auch vor Pu­blikum die Möglichkeit gebo­ten, sich positiv darzustellen und ihr Können zu zeigen. So können da­mit Aggressio­nen abgebaut werden. Dass da ein Schlag­zeug Wunder wir­ken kann, was schwerlich in der Ga­rage oder im Keller der elterlichen Woh­nung funktionieren würde, liegt auf der Hand. Andererseits lernen die Jugendlichen, die vielleicht Proble­me in der Schule mit den Eltern oder einer Berufswahl haben, mittels Musik Disziplin und Konzentration kennen.

Drei der Bands, die im Zeit-Areal proben, haben am Samstag­abend einen Auftritt in der Kantine gehabt. Das Duo "Resolved" besteht aus zwei jungen Frauen, eine am Klavier, die andere am Gesang, die zu­sammen erst seit ungefähr sechs Wo­chen proben. Der Auftritt war so gesehen ein mutiger und für das Duo auch ermunternder Anfang. "Rebells of Rock" ist ein Quartett. Die Band coverte einige Rocksongs, wobei be­sonders die Stimme der Sängerin herausragte. Die Formation "Relaxe another Day" trat hier als Quintett auf. Zwei der Bandmitglieder waren wegen Grippe beim Auftritt ausge­fallen. Sichtbar war, dass die Idee, die hinter dem Jugend-Musik-Werk steht, hier einen guten Anfang ge­nommen hat.

Insgesamt sind die zwei Tage der offenen Tür gut angenommen wor­den. Allein am Samstagvormittag verfolgten rund 100 Zuschauer die Begrüßung mit Oberbürger­meister Wolfgang G. Müller und Eckehard F. Ficht, dem Initiator der Zeit-Stiftung. Hier war "Szene2wei" beteiligt. Die Tanzgruppe gestaltete auch den sonntäglichen Gottesdienst mit. Die Küche des "Rührwerks" bot dazu an beiden Tagen ihre Leckerei­en an.

 

Quelle: http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.lahr-musik-als-therapie-fuer-ju-gendliche.3138d1c2-f81f-4d6b-b4a8-83af76c0545b.html


Tanz als verbindendes Element

Lahrer Zeitung - 15.10.2014 von Endrik Baublies

Lahr. Das Zeit-Areal möchte Menschen verbinden. Das funktioniert mittels Kultur, Kunst oder Musik und geht auch durch den Magen. Am Samstag und Sonntag, 25. und 26. Oktober, stellen sich verschiedene Initiativen und Gruppen im und um den Industriehof vor.

Uwe Baumann und Rüdiger Preuss stellten zusammen mit mehreren Akteuren am Montag die Ideen vor, die hinter der Zeitgeist-Stiftung und den Projekten stehen. Rund um das Areal der ehemaligen Kantine der Firma Roth-Händle sollen Begegnungsstätten geschaf­fen werden, erklärte Baumann für den abwesenden Eckehard Ficht, Initiator der Stiftung und Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH.

Das Projekt "Szene2wei – inklusive Tanzkompanie" möchte ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung schaffen. "Um Menschen zu erreichen, ist Tanz ein gutes Medium", sagte Timo Gmeiner dazu. Er arbeitet zusammen mit William Sanchez an dem Projekt, das aus Nordrhein-Westfalen stammt. Mittels Tanz will das Duo Menschen mit Handicap zusammenbringen.

Eine ähnliche Idee hat das "Jugend-Musik-Werk", das nach einem Wasserschaden im Friesenheimer Domizil ebenfalls eine neue Bleibe im Keller unter der Kantine gefunden hat. Marco-Sharif Khan betreut dort derzeit acht Jugendgruppen, die den Raum im Keller zum Proben nutzen. Es erklärt seine Idee so: "Andere erreichen die Kids durch den Sport, wir durch Musik." Khan stellt den Raum und die Instrumente zur Verfügung, möchte aber die Besucher anregen, sich selbstständig weiter zu bilden.

"Szene2wei" und das "Jugend-Musik-Werk" stehen am Anfang. Das "Rührwerk" funktioniert bereits gut (wir haben berichtet). Um die Ideen der Stiftung und die einzelnen Projekte vorzustellen, gibt es die Tage der offenen Tür am Wochenende 25. und 26. Oktober.

Wie aus Stühlen Kunstwerke werden

Am Samstag um 11 Uhr eröffnen OB Wolfgang G. Müller und Eckehard Ficht das Programm. "Szene2wei" wird dann die Vorstellung "Spiel­feld" geben. Diese Vorführungen werden am Samstag um 14 und um 16 Uhr wiederholt. Am Sonntag gibt es Beiträge der Tanzkompanie zum ökumenischen Gottesdienst ab 11 Uhr. Daran beteiligt sich die Taizégruppe aus Friesenheim. Um 15 Uhr wird "Spielfeld" erneut gezeigt.

Brigitte Seidel, die das Büro "Klartext" für leichte Sprache der Lebenshilfe Offenburg leitet, informierte über die Aufgaben und Ziele ihrer Arbeit. Das Büro bietet Menschen Übersetzungshilfen an, wenn es zum Beispiel um Formulare geht. Das Freiburger Jobcenter hat deswegen das Büro in Offenburg um Hilfe gebeten. Die Vorträge finden am Samstag um 15 Uhr und am Sonntag um 16 Uhr statt.

Das "Jugend-Musik-Werk" präsentiert am Sonntag ab 17 Uhr Konzerte. Es gibt an beiden Tagen zwischen zwölf und 14 Uhr einen Mittagstisch, den das "Rührwerk" anbietet, außerdem Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Das "Kaffeewerk" bietet samstags und sonntags verschiedene Sorten an. Kinder können sich ab 15 und ab 17 Uhr als Pizzabäcker versuchen. Zischen 14 und 17 Uhr gibt es ein Malatelier für die jüngeren Besucher. Um 14 und um 18 Uhr startet "Chair-Affair". Das ist eine Idee von Simone Müller, Inhaberin der "Smyle Art Lounge" im benachbarten Kesselhaus, Dort werden Stühle zu Kunstwerken umgewandelt.

 

Quelle: http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.lahr-tanz-als-verbindendes-element.84c8e8a2-d987-46d7-8381-0beb2d429558.html


Die Zeitgeist-Stiftung stellt Ihre Projekte vor

Lahrer Anzeiger - 14.10.2014

Zwei Tage der offenen Tür auf dem Zeit-Areal bieten am 25. und 26. Oktober die Gelegenheit, das Sozialprojekt »Rührwerk«, die inklusive Tanzkompanie »Szene 2wei« und das Jugend-Musik-Werk Baden kennen zu lernen.

Ob Gastronomie, Tanz, Kunst oder Musik – die der Zeitgeist-Stiftung zugrunde liegende Philosophie ist es, Raum für Projekte zu schaffen. Für Projekte, die Integration und Inklusion betreiben und befördern. Es geht um gemeinsame Arbeit, um geteilte Freizeit. Auf dem Zeit-Areal finden diese Projekte ein Zuhause – die durch den Unternehmer Eckehard Ficht gegründete Zeitgeist-Stiftung stellt Räumlichkeiten günstig zur Verfügung.

Am 25. und 26. Oktober soll das ehemalige Roth-Händle-Gelände im Lahrer Industriehof zum Begegnungsraum werden – Besucher können sich an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr ein eigenes Bild machen. Eröffnet wird das Wochenende am Samstag um 11 Uhr von Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller und Stiftungsgründer Eckehard Ficht. Der von der »Rührwerk«-Gastronomie zubereitete Mittagstisch bietet an beiden Tagen internationale Küche. Es gibt Führungen, Kaffee und Kuchen, Kaffeeverkostungen im »Kaffeewerk« sowie ein Kinderprogramm mit Pizza-Backen und Mal-Atelier.

Aktion »Platz für alle«
Im Rahmen der Charity-Aktion »Chair-Affair – Platz für alle« werden Straßenkünstler diverse Stühle künstlerisch gestalten – sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt versteigert werden. Am Sonntag um 11 Uhr wird es einen ökumenischen Taizé-Gottesdienst geben – zum Teil übersetzt in »Leichte Sprache«.  Die »Leichte Sprache« ist ein Element des Lebenshilfe-Vereins. Dabei geht es darum, dass Inklusion mit Kommunikation beginnt – Teilhabe gelingt nur, wenn die Verständigung gelingt. Zu diesem Thema wird es an beiden Tagen zudem Vorträge geben.

Ein weiteres Element des Wochenendes ist das »Spielfeld«, bei dem sich die Tanzkompanie »Szene 2wei«, ein inklusives Tanzprojekt, präsentieren wird. Auch wird sich das Jugend-Musik-Werk Baden mit Bandkonzerten vorstellen – das Projekt bietet Jugendlichen im Untergeschoss der Zeit-Areal-Kantine Möglichkeiten des Musizierens und Treffens.

 

Quelle: http://www.bo.de/lokales/lahr/die-zeitgeist-stiftung-stellt-ihre-projekte-vor


Blutspendeaktion DRK Mahlberg

Badische Zeitung - 04.09.2014

 

MAHLBERG (BZ). Trotz der Urlaubszeit und des Regens ist die Blutspendeaktion in der Stadthalle für den DRK-Ortsverein Mahlberg erfolgreich verlaufen. Es waren 178 Spendenwillige gekommen, darunter 22 Erstspender. 18 Spender wurden aus medizinischen Gründen zurückgestellt, es wurden 160 Blutkonserven gewonnen.

Die Spender waren bei den vier Ärzten, sechs Mitarbeitern des Blutspendedienstes und den ehrenamtlichen Helfern des DRK-Ortsvereins Mahlberg in besten Händen. Die diesmal erfreulich hohe Quote an Erstspendern ist dem Jugendmusikwerk Baden zu verdanken, das als große Gruppe zum Spenden gekommen war. Wie eine Blutspende abläuft, zeigt übrigens ein Video, das die Jugendlichen auf Youtube hochgeladen haben.

Die ehrenamtlichen Helfer des DRK Ortsvereins Mahlbergs waren wieder mit viel Eifer bei der Sache, nicht nur am Tag der Spende, sondern auch bei der Vorbereitung der Aktion, schreibt der Ortsverein in seiner Pressemitteilung. Nach der Blutspende wurden die Spender mit Grillgut, Grillgemüse und Salaten zur Stärkung eingeladen. Wer danach noch wollte, konnte sich am Kuchenbüfett bedienen. Der nächste Blutspendetermin in Mahlberg ist am 23. Dezember.

 

http://www.badische-zeitung.de/mahlberg/blutspenden-und-grillen


Musikalische Bildung im Niemandsland

Mittelbadische Presse - 16.05.2014 (Statement unseres Vorsitzenden)

Programme und Initiativen von Bund und Land versuchen den Defiziten in den Schulen entgegenzuwirken

Wenn an der Schule mal eine Stunde Unterricht ausfällt, dann trifft es meistens das Fach Musik. Wobei es in Deutschland sogar Schulen gibt, an denen seit mehreren Generationen die Schüler ohne jegliche Musik auskommen mussten – Musikerzieher verzweifelt gesucht. Von der unzureichenden Ausbildung der Botschafter für Klänge und Rhythmus für unsere Jüngsten wollen wir gar nicht erst reden. Der engagierte Musiklehrer steht meist mit dem Rücken zur Wand, wenig Möglichkeiten, geringe Ausstattung, wenig Zeit – bleibt den Kids nur die Freizeit und das private Angebot, was dann aber meist nicht gerade wenig Geld kostet.
Musik – teures Hobby für Besserverdiener? Das neue Bundesprogramm »Kultur macht stark« wird über Initiativen wie Pop To Go durch den neuen Bundesverband Popularmusik in die Länder gebracht und will Musikkultur »in die Breite« bringen. In Baden-Württemberg wird über die Popbüros ein ambitioniertes Programm an Jugendheime, Zentren, Treffs und Clubs vermittelt. Im Ortenaukreis geschieht dieses an der Basis durch die Initiative »Grenzenlos – Kreativität ohne Limit« der BRO (Bildungsregion Ortenau). Doch was die Profis dann mit den Kids erleben, wirft Fragen auf und regt an zur Diskussion.
Lokale Basis des Bundesprogramms ist unter anderem die Pegasus-Jugendhilfe mit angrenzender Fachschule in Schutterwald. Künstler und Erzieher staunen dort nicht schlecht über die Kommentare der hier betreuten Kids: »Warum hatten wir niemals solch einen Musikunterricht in der Schule, wir durften nie Instrumente ausprobieren«, oder: »Unser Musiklehrer hat uns den Lebenslauf von Xavier Naidoo auswendig lernen lassen, das war alles.« Musikpädagogik anno 2014. Anlass für eine Befragung bei Initiatoren, Mitstreitern solcher und benachbarter Initiativen:
»Die Schülerzahlen in den Musikschulen sind deshalb rückläufig, weil die Kurse für viele Familien nicht bezahlbar sind. Leider streichen Kommunen wie Willstätt die Talentförderung auf ein Minimum. Musikalische Bildung muss aber für ALLE bezahlbar sein. Wir haben mit den Kindern von Asylanten in Brennpunktschulen im Ortenaukreis im Auftrag des Landratsamtes erfolgreich gearbeitet, das positive Ergebnis konnte man beim Internationalen Fest in Offenburg im letzten Sommer sehen und hören.« (Brigitte Santos-Parisel und Carlo Parisel, Schwarzwald Academy/Soul Academy, Ottenhöfen)
Musizieren fördern
»Frühe und vor allem zeitgemäße musikalische Förderung ist ein überwältigendes Erlebnis. Das aktive Musizieren bedeutet eine gute Ergänzung für den Musikunterricht, was viel mehr gefördert werden müsste. Gemeinsam zu arbeiten, um Ziele zu erreichen, sowie die daraus entstehende Kameradschaft, fördern den Teamgedanken. Gibt man Jugendlichen den Freiraum, sich zu entfalten, ist man immer wieder überrascht, welche tollen Talente da zum Vorschein kommen.« (Marco-Sharif Khan, Lehrbeauftragter und Musiker, Initiator des Jugend-Musik-Werk Baden, Lahr)
»Bei meiner Arbeit für die Bildungsregion Ortenau e.V. schlägt mein Herz auch für Musik. Projekte wie ›Grenzenlos‹ oder unser früheres Projekt ›Battle of the Schoolbands‹ stehen für mich hoch im Kurs. Neben der Begeisterung der Kids trägt die Praxis auch zur Persönlichkeitsbildung bei, das Selbstbewusstsein wird gesteigert, die sprachliche Entwicklung und der Umgang mit der Stimme geschult – gerade auch bei Schülern mit Migrationshintergrund.« (Alexandra Herrmann, Leiterin des regionalen Bildungsbüros der Bildungsregion Ortenau e.V., seit sieben Jahren Teil des weiblichen DJ-Duos Shelectric).
»Durch musikalisch-kreative Angebote wird Gemeinschaft und Individualisierung gefördert, was für Heranwachsende enorm wichtig ist. Unsere bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit künstlerischen Profis beim "Grenzenlos"-Projekt sind hervorragend, weshalb wir dieses kreative Handwerk nun auch in die Ausbildung unserer Heim- und Jugenderzieher aufnehmen. Wir sollten dringend bei der Vielzahl anwachsender Probleme, wie Gewalt, Drogen, Traumatisierungen und mangelnde Integration von In- und Ausländern auf die Möglichkeiten kultureller Kommunikation setzen. Musik schafft Verständigung und kann helfen und heilen.« (Martin Schneider, Schulleiter der Fachschule Pegasus für Jugend- und Heim­erzieher, Schutterwald)
Enormer Bedarf
»Durch ›Pop To Go‹ finden diejenigen Berücksichtigung, die sich oft aus finanziellen Gründen bislang weder Unterricht noch Instrument leisten konnten.
Popularmusikförderung in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung, wie auch in der Breiten- und Nachwuchsförderung, wurden bislang bundesweit kaum berücksichtigt, daraus ergibt sich demzufolge enormer Bedarf. Die ›Pop To Go‹-Bündnisse vor Ort als lokaler Zusammenschluss der Förderer erhalten die Grundlagen, um junge Menschen bei einem wichtigen Abschnitt ihres Lebensweges musikalisch-kreativ zu begleiten.« (Uwe Bobsin, Projektleiter der Pop To Go‹-Regiestelle für den Bundesverband Popularmusik e.V., Rostock)

 

Verfasser: Jürgen Stark

Quelle: http://www.bo.de/kultur/kultur-regional/musikalische-bildung-im-niemandsland

 


STAZ - Musiker der Ortenau - 26.03.2014


Foto: christoph breithaupt
Foto: christoph breithaupt

Badische Zeitung - Proben im neuen Raum - 22.02.2014 -

FRIESENHEIM/LAHR. Endlich kann wieder geprobt werden. Die acht jungen Musikerinnen und Musiker der Friesenheimer Schülerband Relax Another Day (R.A.D.) nutzen seit dieser Woche den neuen Proberaum des Jugend-Musik-Werk Baden, der auf dem Zeitareal (ehemals Roth-Händle) in Lahr entstanden ist. Jeden Montag von 17.30 Uhr an steht ihnen jetzt wieder ein voll ausgestatteter Probenraum zur Verfügung – und auch ihr Coach, Marco-Sharif Khan, dem das neue Studio gehört.

 

Khan hat die Probenräume unter der Kantine für seine Bands Various Impressions und Wings of Soul ausgebaut, und auch die Vorgängerband von R.A.D., die Band Copyright, probt in dem knallrot und mit Graffiti gestalteten Keller. R.A.D. hatten nach dem Wassereinbruch in ihrem Proberaum in der Friesenheimer Werkreal- und Realschule zunächst dort einen anderen Raum provisorisch genutzt. Allerdings hatte der Wasserschaden auch das technische Equipment zerstört. Marco-Sharif Khan, der seit seinem Schulabschluss vor 15 Jahren die Friesenheimer Schülerbands musikalisch und auch darüber hinaus betreut, machte aus der Not eine Tugend und mietete sich im Zeitareal in Lahr ein, um ein ganz neues Studio aufzubauen. Erleichtert wurde ihm diese Entscheidung durch die Zusage von R.A.D., den Umzug mitzumachen.

 

"Ich bin heute mit dem Rad da", berichtet der 16-jährige Leadgitarrist Tim Eichhorn. Schlagzeugerin Luisa Ell (15 Jahre) ist mit dem Taxi Mama angereist, andere nutzen den Bus. "Es ist gut, dass wir wieder zusammen spielen können", meinen die acht übereinstimmend, und betonen, wie wichtig ihnen ihr Coach ist.

Drei Auftritte stehen demnächst an


"Der Marco ist nicht wie ein Lehrer, sondern eine Vertrauensperson", sagt Luisa Ell. "Wenn man Probleme hat, kann man damit zu ihm kommen." Streng könne er allerdings auch sein, aber immer an der rechten Stelle, findet Sängerin und E-Bassistin Gina Engler.

Die Mischung aus musikalischem Coaching und Jugensozialarbeit ist es auch, die Marco-Sharif Khan anstrebt. "Die Band hat sich seit 2012 nicht nur musikalisch entwickelt", lobt er. Die Jugendlichen seien selbstsicherer geworden und als Gruppe zusammengewachsen, und das trotz des teilweise großen Altersunterschieds, denn auch Mattes Gießler und Matteo Kienz, zwei Sechst- und Siebtklässler, sind mit von der Partie, genau wie die 16-jährige Pianistin Franziska Fischer, die eine Ausbildung zur Erzieherin macht. Sängerin Marie-Sein Hansmann und Gitarrist Alexander Dierle sind in der zehnten Klasse und machen bald ihren Abschluss, finden aber dennoch Zeit zum Musikmachen, sogar während der Prüfungsphase.

Drei Auftritte stehen demnächst an, weshalb die Band auf die Wiederaufnahme des Probenbetriebs auch richtig hingefiebert hat. Im Provisorium in Friesenheim wurde bis November noch geprobt, doch dann musste Marco-Sharif Khan sich mit ganzer Kraft dem Ausbau des neuen Studios widmen, bei dem auch die R.A.D.-Mitglieder ein wenig mitgeholfen haben mit Aufräum- und Putzdiensten. Hochmotiviert geht es jetzt daran, das Repertoire zu erweitern, in dem alter Hardrock a la AC/DC auf Nu Metal von Linkin Park trifft.

Info: Am 22. März spielt Relax Another Day beim Jugendkonzert im Feuerwehrhaus im Rahmen von Friesenheim bewegt. Am 29. März und am 2. Mai stehen Auftritte in Mahlberg an. Weitere Infos unter http://www.relaxanotherday.de
 
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/friesenheim/proben-im-neuen-raum

Lahrer-Zeitung - Neuer Proberaum, frische Energie - 20.02.2014


Badische Zeitung - In Lahr entsteht das Jugend-Musik-Werk Baden - 19.12.2013

 

LAHR. Das Jugend-Musik-Werk Baden steht in den Startlöchern. Marco-Sharif Khan und seine Mitstreiter bauen seit Anfang Dezember das Untergeschoss der Kantine auf dem Zeit-Areal (ehemalige Roth-Händle) zu Probe- und Aufnahmeräumen aus. Auf ehrenamtlicher Basis sollen hier neben der eigenen Bandarbeit auch verstärkt junge Bands betreut werden. Unsere Mitarbeiterin Juliana Eiland-Jung sprach mit dem Initiator des Projekts.

BZ: Herr Khan, was hat sich in den vergangenen Monaten getan?

Khan: Das Wichtigste ist wohl, dass das Finanzamt Lahr dem Verein, den wir im Januar gründen wollen, die Gemeinnützigkeit anerkannt hat. Deshalb legen wir jetzt richtig los mit dem Ausbau der Räume, damit im Januar auch der Betrieb starten kann.

BZ: Wer ist wir?

Khan: Wir sind ein Freundeskreis von Musikern, die gerne etwas von ihrem Wissen und ihren Erfahrungen an Jugendliche weitergeben wollen. Sozialarbeit mit Musik, wenn Sie so wollen. Und diese Freunde packen jetzt auch hier mit an beim Ausbau, wobei Sebastian Lavoie, Daniel Bausch und Steffen Ehret wohl die meiste Zeit hier auf der Baustelle verbringen. Es sind übrigens Musiker, die ganz unterschiedliche Musik machen und sich vielleicht, wenn sie sich auf der Straße begegnen, erstmal nicht spontan anfreunden würden. Aber die Musik und das Engagement für die jungen Nachwuchsbands bringen eben auch unterschiedliche Charaktere zusammen. Und darum geht es ja bei diesem Projekt, dass Jugendliche aus verschiedenen Schulen, mit unterschiedlichem familiärem Hintergrund, über die Musik zusammenfinden. Ganz nach der Devise "gemeinsam statt einsam".

 

BZ: Wie groß sind die Räume eigentlich – und wer bezahlt den Ausbau und den Betrieb?

Khan: Wir haben etwa 100 Quadratmeter. Den Ausbau bezahle ich. Außerdem bin ich auch der Mieter und mir gehört das ganze Equipment, das dem Verein zur Ausübung seiner Tätigkeit zur Verfügung gestellt wird. Es gibt allerdings auch viel Unterstützung von Firmen. So hat mir zum Beispiel die Firma Sonatech die ganzen Akustik-Dämmplatten für den Ausbau zur Verfügung gestellt, das Musikhaus Thomann gewährt uns Sonderkonditionen – es sind einige, die das Projekt gut finden und gerne unterstützen. Der Grundstock der Finanzierung war das Geld, das die Versicherung nach dem Wasserschaden in der Friesenheimer Realschule ausbezahlt hat – das aber reicht natürlich bei weitem nicht aus, um die Räume hier auszustatten, da der Schaden wesentlich höher liegt.

BZ: In Friesenheim haben sie ja bislang die Band-AG geleitet. Wird dieser Kontakt bleiben?

Khan: Ich habe demnächst wieder ein Gespräch mit der Friesenheimer Schule und weiß jetzt schon von einigen Schülern, dass sie auch nach Lahr kommen würden. Aber ob es dann eine Kooperation gibt, ist noch offen.

BZ: Wer ist denn dann die Zielgruppe des Jugend-Musik-Werks Baden?

Khan: Jugendliche, die gerne in einer Band spielen wollen. Einfach so. Wenn sie schon ein Instrument spielen, prima. Wenn nicht, finden wir was. Wenn es kleine Gruppen sind, ok, wenn sich jemand Einzelnes meldet ist das aber auch in Ordnung – über die Musik lernt man sich kennen. Ich kann mir hier auch langfristig gesehen tiefere Kooperationen mit einzelnen Schulen vorstellen.

Weitere Infos unter http://www.jugendmusikwerkbaden.de (die Seite befindet sich im Aufbau)
 
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lokales/ortenau/in-lahr-entsteht-das-jugend-musik-werk-baden--print

 


Lahrer Zeitung - Eine neue Heimat für die Schulband - 18.12.2013


Badische Zeitung - Verein will junge Bands coachen - 12.10.2013

Marco-Sharif Khan plant Jugend-Musik-Werk Baden.

 

FRIESENHEIM/LAHR. In der regionalen Musikszene kennt man den Namen Marco-Sharif Khan. Der junge Mann (geboren 1981) aus Schuttern spielt in den Formationen Various Impressions und Wings of Soul und hat in den vergangenen 16 Jahren die Band-AG der Werkreal- und Realschule Friesenheim geleitet. Nun hat er sich zusammen mit weiteren Mitstreitern ein neues Projekt vorgenommen. Auf dem Zeit-Areal (ehemals Roth-Händle) in Lahr soll das Jugend-Musik-Werk Baden entstehen.

Ziel des geplanten Vereins ist laut Homepage die "musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen in Form von Bandprojekten sowie Bandcoaching". In einer Mappe hat Khan zum Pressegespräch mit der Badischen Zeitung schon alles dabei: Die Umbaupläne für die Räume, das Leitbild, den Entwurf für die Satzung des Vereins, der als Träger dem Ganzen den rechtlichen Rahmen geben soll.

Doch viele Fragen sind noch offen, die Räume zum Beispiel oder die Gemeinnützigkeit des Vereins. Doch Marco-Sharif Khan ficht das nicht an: "Wir machen das auf jeden Fall", sagt er, und ist zuversichtlich, dass sich alle Hindernisse aus dem Weg räumen lassen.

 

Warum macht der Mann das, obwohl er als Geschäftsführer einer Druckerei und Hobbymusiker ausgelastet sein dürfte? Ganz offensichtlich aus Leidenschaft für die Musik – und für die Jugendarbeit, wie er zugibt. Mit der Musik hat er schon im Vorschulalter begonnen, sich das meiste selbst beigebracht oder bei Freunden abgeschaut. Und auch in der Jugendarbeit ist Khan zu Hause. In der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) hat er angefangen, dann an der Schule in Friesenheim die Band-AG mitgegründet und nach seinem Schulabschluss weitergeführt.

Das Equipment im Heizungskeller der Schule war Khans Eigentum, das er der AG zur Verfügung stellte. Durch einen Wassereinbruch im April ist es zerstört worden, und Khan stand vor der Frage, wie es weitergehen soll. Es wurde eine Übergangslösung gefunden, doch Khan will die Gelegenheit nutzen, um das ganze Projekt neu aufzustellen und für Interessenten aus anderen Schulen Bandprojekte anbieten zu können.

Kinder mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenführen


Für ihn ist wichtig, dass er mit dem Jugendmusikwerk keine Konkurrenz zu Musikschulen oder Musikvereinen sein will. "Es geht mir darum, Kindern und Jugendlichen, die Interesse an Musik haben, die Freude daran zu vermitteln." Dabei stehe nicht das Erlernen eines Instruments im Vordergrund, sondern die Eigeninitiative und das Miteinander, die das gemeinsame Musizieren erforderten.

Dabei soll jeder mitmachen können, unabhängig von den musikalischen Vorkenntnissen. Kinder mit Behinderung oder mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen sollen in Bandprojekten zusammenfinden. Verbinden soll sie die Musik und das Ziel, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, "am besten sogar selbst geschriebene Songs", meint Khan. Das alles klingt sehr ambitioniert und auch nach viel Arbeit, doch Khan will das Jugend-Musik-Werk Baden als Hobby betreiben. Für seinen Verein hat er mit Thorsten Pabst einen Mitstreiter gefunden. Sponsoren hätten auch schon Unterstützung avisiert, wenn der Verein seine Gemeinnützigkeit bekommt.

Weitere Informationen unter http://www.jugendmusikwerkbaden.de und E-Mail: info@jugendmusikwerkbaden.de
 
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/friesenheim/verein-will-junge-bands-coachen--76072547.html